Bitte beachten Sie die vom MDS (Medizinischer Verband der Spitzenverbände) herausgegebene Richtlinie Pflege und Betreuung von Menschen
mit Demenz in stationären Einrichtungen! Download: Hier.
Ferner die Richtlinien zur Feststellung einer eingeschränkten Alltagskompetenz, (das sog. PEA-Verfahren )Download: Hier.
Demenz - was ist das?
Weg vom Geist“ beziehungsweise „ohne Geist“ - so lautet die wörtliche Übersetzung des Begriffs „Demenz“ aus dem Lateinischen. Demenz ist der Überbegriff für eine Vielzahl von degenerativen Erkrankungen des Gehirns.
Medizinische Definitionen beschreiben Demenz wie folgt:
“Demenz: Bezeichnung für i.d.R. über Monate bis Jahre chronische progrediente degenerative Veränderungen des Gehirns mit Verlust von früher erworbenen kognitiven Fähigkeiten. Symptome: Zunehmende kognitive Störungen, die insbesondere Gedächtnis (vor allem Neugedächtnis) Denken, Urteilsfähigkeit, Intelligenz und Orientierung betreffen u. häufig mit Beeinträchtigungen im sozialen und beruflichen Umfeld bzw. Veränderungen in der Persönlichkeitsstruktur einhergehen, u. Umständen psychotische Symptome, z.B. Halluzinationen und Wahnideen.“
1.1 Alzheimer Demenz
1.2 Vaskuläre Demenz (Multi-Infarkt-Demenz MID)
1.3 Weitere Demenzformen
2. Wie sieht der Krankheitsverlauf der Demenz aus?
2.1. Krankheitsstadien bei der Alzheimer Demenz
Ø Das bedrohte ICH
Ø Das verwirrte ICH
Ø Das verborgene ICH
1.1 Alzheimer Demenz
Die Alzheimer Demenz wurde von dem bayrischen Nervenarzt Alois Alzheimer Anfang des 20. Jahrhunderts genau untersucht und 1907 erstmals als eigenständige Erkrankung beschrieben und aufgezeichnet. Die genaue Ursache der Alzheimer-Krankheit ist bisher nicht bekannt. Wenn Alzheimer-Patienten erstmals durch massive Vergesslichkeit auffallen, dann hat das Gehirn meist schon eine über Jahre währende, schleichende Veränderung hinter sich. Unbemerkt sterben im Gehirn die Nervenzellen und ihre Verbindungen ab. Der Zerfall beginnt im Gehirn an denjenigen Orten, die mit Gedächtnis und Informationsverarbeitung zu tun haben. Hier wird Erlerntes (alte Informationen) mit Sinneseindrücken (neuen Informationen) vernetzt. Durch den Verlust an Nervenzellen und Botenstoffen können die eintreffenden neuen Sinneseindrücke nicht mehr richtig verarbeitet und mit dem bereits Gelernten nicht mehr sinnvoll verknüpft werden.
Die Primärsymptome der Alzheimer Erkrankungen sind die fünf A:
Ø Aphasie (zentrale Sprachstörung).
Ø Agnosie (Störung des Erkennens).
Ø Apraxie (Störung von Handlungen und Bewegungsabläufen sowie Unfähigkeit, Gegenstände sinnvoll zu verwenden).
Ø Abstraktionsstörung
Ø Assessmentstörung (Verlust von Urteils- und Kritikfähigkeit).
1.2 Vaskuläre Demenz (Multi-Infarkt-Demenz MID)
Diese Form der Demenz wird durch viele kleine, zum Teil unbemerkte Schlaganfälle verursacht. Dadurch kommt es zu einer Unterbrechung der Durchblutung bestimmter Hirnbereiche. Die betroffenen Gehirnabschnitte sind besonders für die Kontrolle des Gedächtnisses, der Sprache und der Lernfähigkeit verantwortlich. Obwohl sich die von Person zu Person und über die Zeit hinweg erheblich unterscheiden können, treten bei den meisten Betroffenen Sprachprobleme, Stimmungsschwankungen, epileptische Anfälle und Halbseitenlähmung oder Lähmung der Arme und Beine auf. Schlaganfall und Herzinfarkt entstehen durch eine dauerhafte Schädigung der Blutgefäße. 9 von 10 Demenzkranken leiden an der Alzheimer Demenz oder der vaskulären Demenz.
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1.3 Weitere Demenzformen
Neben der Alzheimer Demenz und der vaskulären Demenz gibt es etwa 55 weitere Erkrankungen, die mit demenzähnlichen Krankheitszeichen einhergehen. Bei diesen eher seltenen Erkrankungen wird das Gehirn zwar in ähnlichen Bereichen, jedoch aus anderen Gründen beeinträchtigt.
Demenz und Alkohol
Durch eine Alkoholkrankheit wird auch das Gehirn geschädigt. Als Zeichen der Schädigung treten herabgesetztes Erinnerungsvermögen, eingeschränkte Planungs- und Handlungsfähigkeit und zeitweise enthemmtes Verhalten auf. Im Endstadium kann sich daraus eine demenzähnliche Erkrankung entwickeln (Wernicke-Korsakow-Syndrom).
Demenz und Parkinsonkrankheit
3 von 10 Demenzkranken leiden unter steifen Bewegungen, wie wir sie von der Parkinsonkrankheit kennen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass bei den Betroffenen zusätzlich eine Parkinsonkrankheit aufgetreten ist. Bei der Parkinsonkrankheit treten die steifen Bewegungen (Rigor) typischerweise gemeinsam mit einem unwillkürlichen, rhythmischen Zittern der Hände (Tremor) und einer allgemeinen Bewegungsstarre (Akinese) auf, was für Demenzkranke eher untypisch ist.
Eine Parkinsonerkrankung mit besonders schwerem Verlauf kann das Gehirn so verändern, dass bei Betroffenen demenzartige Krankheitszeichen auftreten.
Lewy-Body-Demenz
Bei dieser seltenen Demenzform werden Gehirnteile durch Ablagerungen von kleinen Eiweißteilchen (Lewy-Bodys) geschädigt. Durch die Ablagerungen kann das Gehirn in den betroffenen Bereichen nicht mehr richtig arbeiten. Die dadurch entstehenden Störungen treten allerdings nur phasenweise auf. Besonders Gedächtnis und Handlungsfähigkeit sind betroffen.
Morbus Pick
Unter Morbus Pick wird eine Gruppe von Demenzformen zusammengefasst, die alle durch einen Abbau von Nervenzellen im Stirn- und Schläfenbereich des Gehirns entstehen. Im Gegensatz zu anderen Demenzformen stehen hier Veränderungen der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens (Antriebsminderung, Enthemmung) im Vordergrund. Praktisches Geschick und Gedächtnis bleiben zunächst relativ gut erhalten. Betroffene fallen also weniger durch „Vergesslichkeit“ als vielmehr durch „merkwürdige Verhaltensweisen“ auf.
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2. Wie sieht der Krankheitsverlauf der Demenz aus?
Bei Demenzkranken nimmt nicht nur das Erinnerungsvermögen ab, sondern auch die Fähigkeit, klar zu denken und Zusammenhänge zu erfassen. Dadurch ändert sich das Verhalten der Betroffenen. 10 Warnzeichen geben frühe Hinweise auf eine möglicherweise beginnende Demenz:
Vergesslichkeit mit Auswirkung auf die Arbeit
Die meisten Menschen vergessen ab und an Namen oder Termine. Häufen sich diese Vorfälle und treten außerdem unerklärliche Verwirrtheitszustände auf, kann das ein Zeichen für eine Verminderung der Gedächtnisleistung sein.
Schwierigkeiten mit gewohnten Handlungen
Menschen, die viel zu tun haben, sind manchmal zerstreut und vergessen z.B. den Topf auf dem Herd. Menschen mit Demenz vergessen evtl. nicht nur den Topf auf dem Herd, sondern auch, dass sie gekocht haben.
Sprachprobleme
Die meisten Menschen haben manchmal Schwierigkeiten damit, die richtigen Worte zu finden. Menschen mit Demenz fallen oft einfache Worte nicht mehr ein, stattdessen verwenden sie unpassende Füllworte.
Dadurch werden die Sätze schwer verständlich.
Räumliche und zeitliche Orientierungsprobleme
Bei vielen Menschen kommt es ab und an vor, dass sie z.B. Wochentage vergessen oder sich in einer fremden Umgebung verlaufen. Bei Menschen mit Demenz kann es passieren, dass sie in der eigenen Straße stehen und nicht mehr wissen, wo sie sind, wie sie dorthin gekommen sind und wie sie wieder nach Hause gelangen.
Eingeschränkte Urteilsfähigkeit
Nicht immer wählen Menschen die dem Wetter entsprechende Kleidung. Bei Menschen mit Demenz ist die gewählte Kleidung manchmal völlig unangebracht. Sie tragen z.B. einen Bademantel beim Einkaufen oder mehrere Blusen an einem heißen Sommertag übereinander.
Probleme mit dem abstrakten Denken
Für viele Menschen ist es eine Herausforderung, ein Konto zu führen. Menschen mit Demenz können oft weder Zahlen einordnen noch einfache Rechnungen durchführen.
Liegenlassen von Gegenständen
Ab und an lässt fast jeder einmal den Schlüssel oder das Portemonnaie liegen. Bei Menschen mit Demenz kommt es jedoch vor, dass sie Gegenstände an völlig unangebrachte Plätze legen, wie z.B. ein Bügeleisen in den Kühlschrank oder eine Uhr in die Zuckerdose. Im Nachhinein wissen sie nicht mehr, wohin sie die Gegenstände gelegt haben.
Stimmungs- und Verhaltensänderungen
Stimmungsänderungen kommen bei allen Menschen vor. Menschen mit Demenz können in ihrer Stimmung sehr abrupt schwanken, oft ohne erkennbaren Grund.
Persönlichkeitsänderungen
Im Alter verändert sich bei vielen Menschen die Persönlichkeit ein wenig. Bei Menschen mit Demenz kann eine sehr ausgeprägte Persönlichkeitsänderung plötzlich oder über einen längeren Zeitraum hinweg auftreten. Jemand, der normalerweise freundlich ist, wird z.B. unerwartet ärgerlich, eifersüchtig oder ängstlich.
Verlust der Eigeninitiative
Menschen arbeiten nicht fortlaufend mit der gleichen Motivation. Demenzkranke verlieren den Schwung bei ihrer Arbeit und das Interesse an ihren Hobbys manchmal vollständig, ohne Freude an neuen Aufgaben zu finden.
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2.1. Krankheitsstadien bei der Alzheimer Demenz
Mit dem Fortschreiten der Erkrankung ändert sich auch das Erscheinungsbild der Alzheimer Demenz. Die Veränderungen und der gesamte Verlauf sind bei jedem Patienten ein bisschen anders. Trotzdem kann man bei fast allen Betroffenen drei Krankheitsstadien mit relativ typischen Krankheitszeichen unterscheiden.
Ø Das bedrohte ICH oder das frühe Stadium mit ersten sporadischen Bewusstseinseinbrüchen und Orientierungsstörungen
Demenz beginnt schleichend. Die Veränderungen beginnen in diesem frühen Stadium häufig mit Störungen des Kurzzeitgedächtnisses. Menschen, die davon betroffen sind, können sich unter Umständen an Gespräche, Handlungen oder eigene Überlegungen schon nach kurzer Zeit nicht mehr erinnern. Fragen wiederholen sich, Vereinbarungen werden vergessen, der Herd bleibt eingeschaltet. Zugleich bestehen häufig Schwierigkeiten, eigene Gedanken und Wahrnehmungen in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Anspruchsvolle Tätigkeiten können nicht mehr ausgeübt werden. Ein solches Nachlassen der Leistungsfähigkeit fällt am Arbeitsplatz in der Regel schneller auf als in häuslicher Umgebung.
Bei den meisten Betroffenen verliert gleichzeitig die Sprache an Präzision. Typisch ist, dass Betroffene sich an bestimmte Worte nicht erinnern können und stattdessen andere unpassende Worte oder Redewendung benutzen; manchmal lässt sich der Sinn noch herleiten, wenn z.B. Buch statt Zeitung gesagt wird. Häufig werden auch Füllwörter wie “Dings” oder “du weißt schon” gebraucht. Oft verbergen sich aber auch hinter einem scheinbar normalen Redefluss unsinnige Inhalte. Nach außen versuchen sie, diesen ihnen selbst hoch peinlichen Zustand zu überspielen und zu verbergen, was mit Fortschreiten der Symptomatik immer schwieriger wird. Eine erste Selbst-Fremdheit tritt ein,
verbunden mit der dramatischen Frage: „Werde ich verrückt?“
Ø Das verwirrte ICH oder das mittlere Stadium mit Zeitverwirrtheit:
Die Frühzeichen prägen sich in diesem Stadium noch stärker aus. Der voranschreitende Verlust des Gedächtnisses und die Beeinträchtigung des Denkvermögens machen die Erkrankten unselbstständig und von fremder Hilfe abhängig. Betroffene finden sich zuerst in fremder und schließlich auch in vertrauter Umgebung nicht mehr zurecht und sind auf Unterstützung im Bad, auf der Toilette, beim An- und Auskleiden und bei den Mahlzeiten angewiesen. Auch die Veränderungen der Sprache schreiten weiter voran. Sätze ergeben keinen Sinn mehr und Antworten stehen inhaltlich häufig in keinem Zusammenhang zur gestellten Frage.
Der Erkrankte verliert jetzt seinen Halt im Physischen, seine Sicherheit im Rahmen der irdischen Koordinaten geht verloren. In diesem Stadium verblasst häufig auch die Erinnerung an weiter zurückliegende Ereignisse. Dies kann bis hin zum Verlust der Erinnerungen an die eigene Lebensgeschichte gehen. Es ist nicht verwunderlich, dass bei Menschen, die so radikal aus allen gedanklichen Zusammenhängen gerissen werden, Verhaltensauffälligkeiten wie grundlose Befürchtungen, ziellose Unruhe, Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus und verminderte Beherrschung von Gefühlsreaktionen (z.B. grundlose Wutanfälle) auftreten. So kann es beispielsweise vorkommen, dass Betroffene nachts durch die Wohnung irren, dafür aber tagsüber nur dösen oder schlafen.
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Die emotionale Wahrnehmungsfähigkeit bleibt jedoch erhalten. Deutliche Versuche, räumlich Halt zu finden, etwa durch „Hallo, Hallo“ Rufe, vieles Fragen nach Sachverhalten, die eigentlich gewusst wurden, „Sind Sie der xy…?“ , die Weigerung, Kleider zu wechseln oder sich zu waschen usw. werden nunmehr drängend.
Neben gesteigerten Angstsymptomen kann es nun auch bei manchen Menschen zu Panikattacken kommen, verbunden mit Reaktionen wie Klammern, Schreien, Laufen u.ä. Ein Bedürfnis nach emotionaler Zuwendung ist weit verbreitet.
In diesem Stadium kommt es meistens zur Aufnahme in die stationäre Pflege, weil Angehörige erschöpft sind oder sich der Kranke alleine in der häuslichen Umgebung nicht mehr zu recht findet. Der Einzug in eine beschützende Einrichtung bewirkt einen Verlust der vertrauten Umgebung und bedingt dadurch erneut Orientierungsprobleme, die zu einer Zunahme der Verwirrtheit führt und sich Symptome nach einem Heimantritt oft schlagartig verstärken. Versuche durch die Pflegenden, diesen durch gutes Zureden, Erklärungen, rationalen Korrekturen entgegen zu wirken, sind wirkungslos und haben zu unterbleiben. Hier ist das Schaffen einer Umgebung zu gewährleisten, in welchem die Gefahren der Selbst- und Fremdgefährdung minimiert werden.
Wichtig ist die Mitnahme von vertrauten Gegenständen aus der häuslichen Umgebung, die Gestaltung eines stets wiederkehrenden tagesstrukturierenden Ablaufs, an den sich der Kranke nach seinen bisherigen individuellen Gewohnheiten orientieren lernt. Tagesstrukturierung ist wichtiger als perfekte körperliche Pflege. Die Pflegenden reagieren in innerer Ruhe mit Geduld und Gleichmut, sie tun die Dinge mit dem Menschen, anstatt sie zu bereden.
Ø Das verborgene ICH oder das späte Stadium: Leben in einer verselbständigten Bilder- und Erlebniswelt
Während der dementielle Veränderungsprozess bisher vor allem durch den Wegfall von Orientierungsmöglichkeiten gekennzeichnet war, zeigt sich bei weiter fortschreitender Erkrankung, dass der Menschen nicht nur die Fähigkeit verliert, sich gezielt zu erinnern bzw. richtige Vorstellungen aus dem Gedächtnis aufzubauen, sondern dass sein Bewusstsein nun zunehmend durch verselbständigte Vorstellungsbilder besetzt wird.
Wo die ICH-Tätigkeit des Benennens und Urteilens und gedanklichen Verknüpfens von Vorstellungen nicht mehr möglich ist, dringen offenbar aus anderen, nicht- ICHhaften Quellen (offenbar aus dem Langzeitgedächtnis, welches nun besonders präzise und scharf werden kann, gemischt mit Fantasiebildern, die nicht aus dem realen Erleben stammen) Bilder ins Bewusstsein und blockieren dieses.
Eine neue, Orientierung gebende Eigenwelt ist für den Menschen entstanden, in die ihm allerdings kein anderer Mensch zu folgen vermag. Er lebt und handelt in einer Eigenwelt, die ihm offenbar Halt geben kann, in der er aber allein ist. Charakteristisch ist auch, dass den für wahr gehaltenen Bildern sofort und unbedingt Handlungen folgen, die von außen gesehen stark zwanghaften Charakter haben und u. U. auch mit Gewalt durchgesetzt werden. Sollte irgendetwas den Handlungsvollzug verhindern wollen. Manche demente Menschen sind jetzt nicht mehr sozial- und gruppenfähig.
Aktive Pflege und Betreuung ist jetzt nicht mehr möglich oder erforderlich. Alle Versuche, ihn aus seiner Scheinwelt heraus zu holen, sind zum Scheitern verurteilt, der Kranke ist nicht therapierbar. Pflegende sorgen nun dafür, dass die neue Welt für den Kranken auslebbar ist, er hat keine andere mehr! Hier dürfen andere Menschen/innen nicht gefährdet oder in ihrem Alltag gestört werden, und es wird eine hohe intuitive, situative Beweglichkeit von uns Pflegenden gefordert.
Hilfe ist nun bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens nötig. Die Sprache beschränkt sich auf wenige Worte, die häufig nicht mehr sinnvoll eingesetzt werden können. Trotzdem können eigene Gefühle noch wahrgenommen und über nicht- sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten (Weinen, Lächeln, aufgeregt sein) geäußert werden. Erst in diesem Stadium ist die Schädigung des Gehirns soweit fortgeschritten, dass auch der Körper nicht mehr richtig kontrolliert werden kann. Schluckstörungen, Krampfanfälle, Verlust der Kontrolle über die Körperhaltung und über die Blasen- und Darmfunktion führen dazu, dass Betroffene insgesamt anfälliger sind. Entzündungskrankheiten (=Infektionen, z.B. Lungenentzündungen) und gefährliche Stürze treten in diesem Stadium häufiger auf. Die meisten Menschen, die an Alzheimer erkranken, versterben im Spätstadium an einer Lungenentzündung.
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Ø Das versunkene ICH oder das 4. Stadium des Rückzugs und der vollkommenen Inaktivität mit stundenlangem Verharren in einer Position, bei welchem nicht der Eindruck eines Gequält- und Irritiertseins entsteht. Der Kranke hat jetzt offenbar losgelassen.
In der Regel dauert jedes der 3 Krankheitsstadien etwa 3 Jahre. Das heißt, dass Menschen, die durch Frühzeichen auffallen, häufig noch ein Jahrzehnt leben. Die Alzheimer Demenz kann im Einzelfall jedoch auch rascher oder aber erheblich langsamer voranschreiten.
Sie als Angehörige sind besonders betroffen von den Veränderungen eines Menschen, der nicht mehr der zu sein scheint, den Sie kannten. Weiter unten finden Sie weiterführende Links zum Themenbereich "Demenz". Frühzeitige Information hilft Ihnen, sich auf die Krankheit Ihres Angehörigen einzustellen und damit umgehen zu können. Es hilft Ihnen auch, Schuldgefühle zu verarbeiten, weil Sie Pflege und Betreuung aus eigener Kraft nicht mehr schaffen und der professionellen Pflege einer Einrichtung anvertrauen. Wenden Sie sich bei pflegerischen Fragen auch an mich: info@margitta-bieker.de
Es grüßt Sie herzlich - Ihre Margitta Bieker
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