Sisyphos Liste

Die Berufsgruppe der Pflege
wird sich zukünftig im Zuge der Gesundheitsreform nicht ausschließlich mit der Pflege in Krankenhäusern beschäftigen, sondern ihr Berufsverständnis ausdehnen auf ambulante und stationäre Pflege, sowie in die Bereiche "Prävention (Gesundheitsfürsorge) und Beratung" vordringen. Also -  raus aus den festen Strukturen, hinein in die Gesellschaft mit den vielschichtigen gesundheitlichen Problemen, hier namentlich zu den Menschen mit chronischen Erkrankungen.
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Diabetes - was ist das?
Ihr Arzt hat bei Ihnen eine "Zuckerkrankheit" fest gestellt.

Nun folgen Erklärungen und Verhaltensregeln für die tägliche Ernährung, den Umgang mit Insulin oder Tabletten, und Sie haben Fragen, die alle beantwortet sein wollen.

Doch die Zusammenhänge bei den Körperfunktionen während der Verdauung, besser:
Des Stoffwechsels, sind komplizierter als man zunächst vielleicht annimmt.
Etwa 4 % der Bevölkerung leiden an dieser Erkrankung, die besonders durch die späteren Begleiterscheinungen mit erheblichen Folgeerkrankungen auf sich aufmerksam macht. Hiervon macht der Diabetes vom Typ 2 den Löwenanteil aus, nämlich 90 %. Dieser Typ wird auch Altersdiabetes genannt, weil er erst in höherem Lebensalter auftritt und seine Ursache in einer Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse mit Wirkungsverlust des Insulins an den Leber-, Muskel- und Fettzellen findet. Der Diabetes Typ 1 hat seinen Beginn meist vor dem 40. Lebensjahr und ist nicht mit Tabletten zu behandeln. Er beruht auf einer zu geringen Produktion von Insulin durch die Bauchspeicheldrüse, deren Ursache jedoch nicht genau geklärt sind.

Die Erkrankung beginnt hier sehr rasch mit starkem Durst, Schwäche und oft erheblichem Gewichtsverlust. Im Gegensatz zum Diabetes Typ 2, hier sind die Erkrankten zumeist übergewichtig. Die Zuckerkrankheit, wie sie im Volksmund genannt wird, heißt mit dem korrekten medizinischen Namen: "Diabetes mellitus", was so viel bedeutet wie "Zuckerharnruhr" oder " mit Honig versüßt". Oft wird der Zusatz "mellitus" weg gelassen, so dass es nur kurz "Diabetes" heißt." Nebenbei: Um die Jahrhundertwende war die einzige Möglichkeit, einen erhöhten Urinzucker festzustellen, den Urin abzuschmecken. Das hat sich jedoch zum Glück geändert! Menschen, die an dieser Erkrankung leiden, werden als "Diabetiker" bezeichnet. Sie finden im täglichen Leben des öfteren den Hinweis auf Lebensmitteln, der als Information für zuckerkranke Menschen dient, wie viel sie von dem jeweiligen Nahrungsmittel oder Getränk zu sich nehmen dürfen, bzw. wie viel "Broteinheiten" dieses spezielle Lebensmittel enthält.

Doch hiervon später mehr. Die Ursache eines Diabetes ist ein gestörter Kohlehydratstoffwechsel infolge eines Insulinmangels oder einer Wirkungshemmung des Insulins an den Zellen. Insulin, ein Eiweißstoff, ist ein Hormon der Bauchspeicheldrüse, welches erstmals 1921 von den kanadischen Ärzten Banting und Best, sowie von dem britischen Arzt Macleod aus den Bauchspeicheldrüsen von Hunden entdeckt wurde. Es konnte in der Folge in so reiner Form hergestellt werden, dass man es Menschen zur Therapie spritzen konnte.

Somit verdanken Diabetiker diesen Forschern ihr Leben, denn die Behandlung des Insulinmangels war bis zum diesem Zeitpunkt nicht möglich. Ursachen können jedoch ebenso die Einnahme von bestimmten Medikamenten sein, wie zum Beispiel das Cortison oder Mittel zur Anregung der Urinausscheidung. Auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse führen unter Umständen zu einer diabetischen Erkrankung. Insulin kann nur mittels Spritze unter die Haut wirkungsvoll verabreicht werden. Dieses geschieht meist mit dem komfortablen "PEN". Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie: "Füller". In der Tat sieht der Pen auch so aus. Im Inneren des Pens ist die Ampulle mit Insulin, er ermöglicht eine exakte Dosiereinstellung mittels Drehknopf und Anzeige der Einheiten in einem Sichtfenster. Pens werden von verschiedenen Insulinherstellern verkauft, wie zum Beispiel die Firmen Hoechst-Adventis, Lilly und Novo-Nordisk.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass die verschriebenen Insulinampullen jeweils passend zum Pen sind, da es hier Ampullen zu 40 I.E (Internationale Einheiten oder U für Units, engl.: Einheiten) und zu 100 I.E. gibt, und die korrekte Verschraubung der Ampulle innerhalb des Pens nur im passenden Pen erfolgen kann. Also - Ampullenhersteller und Penlieferer müssen identisch sein! Sollte der Pen funktionsuntüchtig sein, müssen Sie für diesen Fall Insulin-Einwegspritzen mit den entsprechenden Einteilungen für 40 I.E. oder 100 I.E. bereit halten.

Diese verschreibt Ihnen Ihr Hausarzt. Bei einer Einnahme durch den Mund würde Insulin, da es ein Einweißstoff ist, durch die Verdauungssäfte zerstört und wirkungslos werden. In Ausnahmefällen spritzt der Arzt Insulin auch in die Vene, wenn der Blutzucker sehr hoch ist und eine Bewusstlosigkeit droht. Dieses geschieht ausnahmslos nur mit Alt-Insulin und unter stationären Bedingungen im Krankenhaus. Alt-Insulin (auch Normal- Insulin genannt) hat eine kurze Wirkungsdauer und nach 2 Stunden sein Wirkungsoptimum erreicht, während Depot-Insulin eine sehr lange Wirkungsdauer - bis 12 Stunden und länger- hat. Diese beiden Insulinarten werden häufig als sogenannte Kombinationsinsuline in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen angeboten, wie zum Beispiel als 50:50 oder 70:30 Mischung.

Hiermit soll eine bessere Therapierbarkeit der schwankenden Blutzuckerspiegel während des Tages, vor allem nach den Mahlzeiten, erreicht werden. Der Blutzucker soll möglichst konstant gehalten werden, da die ständig erhöhten Werte Schäden am Auge, genauer an der Netzhaut, in den Blutgefäßen und in der Niere hervor rufen und die allgemeine Wundheilung stark verzögert wird, volkstümlich auch "schlechtes Heilfleisch" genannt.

Unter den Ärzten hat sich eine eigene Fachdisziplin gebildet, die sogenannten Diabetologen. Bei schwieriger Therapie durch starke Schwankungen des Blutzuckers kann der Hausarzt Sie an einen Diabetologen überweisen.

Wie hat der Arzt diese Erkrankung bei Ihnen fest gestellt? Er hat bei Ihnen Blut entnommen und im Labor wurde ein erhöhter (Blut)zuckerwert festgestellt.
Oder Sie haben eine Urinprobe abgegeben und das Teststäbchen hat sich bei "Glucose" grün verfärbt. Das bedeutet einen erhöhten Urinzuckerwert, da das Organ der Niere mit dem süßen Blut nicht einverstanden ist, und es mit dem Urin die überzählige Glucose ausscheiden will.

Ein erhöhter Urinzucker bedeutet jedoch nicht, dass Sie bereits Diabetiker sind: Auch Schwangere und manche Menschen nach dem Genuss von bestimmten Nahrungsmitteln haben einen erhöhten Urinzucker, aus Gründen einer erhöhten Durchlässigkeit des Nierengewebes! Aus diesem Grund haben Diabetiker häufig großen Durst und produzieren hohe Urinmengen, bis zu 3 Litern täglich und mehr! Das kann ein erster Hinweis auf eine bestehende Zuckerkrankheit sein, der den Betroffenen zum Arzt gehen lässt. Von einem erhöhten Blutzuckerwert spricht man dann, wenn die Konzentration des Zuckers, besser: Der Glukose (Traubenzucker), bei einem Menschen morgens nüchtern einen Wert von höher als 120 mg%, und zwei Stunden nach dem Essen einen Wert von höher als 180 mg % aufweist.

Was genau passiert denn bei der diabetischen Erkrankung? Hierzu begeben wir uns auf einen Streifzug durch die Wunderwelt unseres Körpers, dem perfekten Zusammenspiel von Innenwelt und Außenwirkungen, das am Beispiel unseres Verdauungsprozesses hervorragend deutlich wird. Unser Körper kann mit der Nahrung in der Form, wie wir sie zu uns nehmen, zunächst nichts anfangen, er muss sie eine verdaubare Form bringen. Das geschieht teilweise schon im Mund durch den Speichel, in der Folge im Magen und Zwölffingerdarm ( das ist der Darm, der direkt an den Magen anschließt und so lang ist, wie 12 Finger breit sind), in welchem dann die Verdauungssäfte der Bauchspeicheldrüse mit einfließen. Unsere Nahrung setzt sich aus den Bestandteilen Kohlehydrate, Eiweiß und Fett zusammen.

Für den Blutzucker wichtig sind die Kohlehydrate, wie wir sie in Nudeln, Brot, Kuchen, Schokolade, gesüßten Getränken, Kartoffeln und vielen anderen finden. Kohlehydrate wandelt der Körper in Zucker um, hier sind es die Traubenzucker, die Glucose. Dieser Zucker soll ja zur Energieausnutzung in die Körperzellen gelagert werden, um im Bedarfsfall zur Verfügung zu stehen. Hierfür ist das Insulin verantwortlich. Es ist ein kompliziertes Wechselspiel von Einlagern in Zellen und Wiederfreigabe bei körperlicher Tätigkeit, wie zum Beispiel Treppensteigen, Laufen usw., aber auch unser Gehirn benötigt für die vielfältigen Aufgaben die Glukose als Nährsubstanz. Um Missverständnissen vorzubeugen: Insulin ist ein Hormon, und kein Verdauungssaft, das heißt, es wird ins Blut abgegeben!

Beim Diabetes Typ 1 besteht ein Mangel an Insulin im Blut, so dass es gespritzt werden muss. Beim Diabetes Typ 2 sind die Zellen, die das Insulin in der Bauchspeicheldrüse bilden, häufig erschöpft, weil sie versucht in der Vergangenheit versuchten, die mangelnde Wirkung an den Zellen im Körper durch eine erhöhte Produktion auszugleichen. Übergewicht spielt hier eine wesentliche Rolle und - natürlich die in unserer Kultur falschen Ernährungsgewohnheiten. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

Der Arzt unterscheidet hier nochmals 2 Typen: Die normalgewichtig Erkrankten, Typ 2a, und die übergewichtig Erkrankten vom Typ 2b. Die übergewichtigen Diabetiker werden mit Diät - wie der Verzicht auf Zucker und andere gesüßte Nahrungsmittel - und der Nahrungsreduktion behandelt. Oft kann hier der Diabetes bereits wirkungsvoll eingedämmt werden durch eine Normalisierung des Körpergewichtes mit einer kalorienreduzierten Kost. Was bedeutet im Zusammenhang mit der Ernährung der Begriff "Broteinheiten"? Broteinheiten, abgekürzt BE genannt, sind eine Hilfsrechengröße zur Berechnung der Kohlehydratzufuhr bei Menschen mit Diabetes. Seit 1975 erklärt sich der Begriff "Broteinheit" folgendermaßen:

"1 BE ist eine Menge von insgesamt 12g an Monosachariden, verdaulichen Oligo- und Polysachariden sowie an Sorbit und Xylit." Schwierige Begriffe, hier sind die verschiedenen Arten von Zuckern gemeint.
1 Broteinheit definiert die verschiedenen Kohlehydrate in den Nahrungsmitteln.
Üblicherweise verordnet der Arzt bei überwiegend sitzender Tätigkeit und Übergewicht eine Diät von 12 Broteinheiten ( etwa 1500 kcal), bei körperlicher Arbeit und Schwerstarbeit werden es 16, 18 oder sogar 30 BE (3000 kcal).

"Die Diät bei Diabetes mellitus entspricht im wesentlichen einer gesunden Vollwertkost, wie sie auch für Gesunde wünschenswert wäre", steht in "Pflege Heute", einem Lehrbuch und Atlas für Pflege. Für die Berechnung der Nahrung gibt es Kohlenhydrattabellen, aus denen sehr genau die Menge vorgegeben wird, die 1 BE entspricht. Ein halbes Brötchen, eine halbe Tasse Pommes frites, 3 kleine Mandarinen, ein viertel Liter Apfelsaft und eine mittelgroße Kartoffel beispielsweise haben jeweils 1 BE. Was bewirken die Tabletten zur Blutzuckerregulierung? Wenn mit Diät und Gewichtsreduzierung keine befriedigenden Ergebnisse in der Behandlung erzielt werden können, verordnet Ihnen Ihr Hausarzt Tabletten. Die Voraussetzung ist jedoch, dass Ihre Bauchspeicheldrüse noch Insulin produziert. Am häufigsten werden die Medikamente Euglucon®, Glurenorm® und Glutril® verordnet, gefolgt von Glucophage®.

Sie werden am besten eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten eingenommen. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie nach der Einnahme auch wirklich essen! Sonst kann es zu gefährlichen Unterzuckerungen kommen! Diese Tabletten bewirken eine Stimulierung der Bauchspeicheldrüse zur vermehrten Bildung von Insulin. Die 2. Säule bei den sogenannten "Zuckertabletten" sind die Guarmehle wie Glucotard® oder Enzymhemmer (Enzyme sind Fermente, die die Kohlehydrate verdauen) wie Glucophage®. Diese Medikamente wirken über eine Hemmung der Kohlehydrataufnahme in Magen und Darm. Als Nebenwirkungen machen sich unangenehme Blähungen und Völlegefühl bemerkbar, weil die nicht aufgenommenen Zuckerstoffe im Darm "rumoren". Dieses kann jedoch durch vorsichtigen Beginn mit der Therapie auf ein erträgliches Maß verringert werden. Es ist auch möglich, eine Kombinationstherapie mit Insulinspritzen und Tabletten vorzunehmen. Wichtig ist für Sie, dass Sie peinlich genau den Zeitpunkt der Einnahme der Tabletten einhalten und 30 Minuten später essen, was Ihnen an BE verordnet wurde. 12 BE über den Tag verteilt bedeuten in etwa:

3 BE zum Frühstück, 1 BE Zwischenmahlzeit,         4 BE Mittagessen,                 1 BE Zwischenmahlzeit, 2 BE Abendessen, 1 BE Spätmahlzeit.

 

Welche Komplikationen müssen Sie berücksichtigen? Die für Sie wichtigste, weil sie am häufigsten vorkommt und für die Leistung des Gehirns am gefährlichsten ist, ist die Unterzuckerung!

Das bedeutet, dass der Blutzucker unter den Schallmauerwert von 60 mg% rutscht, weil Sie:

  • zu wenig nach der Insulingabe gegessen haben.

  • zu viel Insulin gespritzt haben.

  • eine Grippe oder andere fieberhafte Erkrankungen haben.

  • unter besonderem emotionalen Stress stehen.

  • oder eine große körperliche Anstrengung bewältigt haben und dadurch mehr Energie verbraucht wurde, als den Zellen an verfügbarer Glucose im Blut angeboten konnte. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel!

  • Durchfall haben.


Wie macht sich ein zu niedriger Blutzucker bemerkbar?

Sie fangen an zu schwitzen und zu zittern. Sie werden unruhig. Gleichzeitig macht sich ein alles beherrschendes Heißhungergefühl bemerkbar. Diese Zeichen sendet Ihnen Ihr Körper, weil er schnellstens Zucker braucht. Aus diesem Grund führen Sie bitte ständig Bonbons, Schokolade oder Traubenzucker mit sich. Mit Aufnahme von Zucker gehen die Beschwerden sofort zurück! Wenn Sie diese Zeichen (Symptome) übergehen, tritt sehr rasch eine Bewusstlosigkeit auf, ebenso kann es zu Krampfanfällen durch Irritation des Gehirns kommen. Der Zustand der Unterzuckerung ist sehr, sehr unangenehm!


Wie macht sich ein zu hoher Blutzucker bemerkbar? Der sehr hohe Blutzucker ( bis 700 mg% und mehr) entsteht durch zu niedrige Insulingaben, meist über mehrere Tage, oder Vergessen der Tabletteneinnahme. Sie haben starken Durst, Ihre Haut fühlt sich trocken an, es kann Fieber und Bauchschmerzen auftreten. Ihre Atmung vertieft sich, weil der Körper auch über die Lunge versucht, die Stoffwechselprodukte "loszuwerden". Häufige Ursache ist ein erhöhter Insulinbedarf durch einen Infekt. Deshalb sollten Sie bei Grippe frühzeitig Ihren Hausarzt aufsuchen!

Vergessen Sie nicht, Ihren Blutzucker mehrmals täglich zu messen! Der zu hohe Blutzucker kann zur Bewusstlosigkeit, zum Koma führen! Die Beherrschung eines Komas geschieht nur im Krankenhaus mit Alt- Insulingaben in die Vene.


Welche Spätfolgen hat die diabetische Erkrankung?

Bei schlecht behandeltem Diabetes mit hohen Blutzuckerspiegeln stellen sich die ersten Komplikationen bereits nach 5-10 Jahren ein. Bisher ist es leider noch nicht möglich, sie ganz zu verhindern, aber sie lassen sich durch diszipliniertes Verhalten um Jahre hinaus zögern. Wir wissen alle, dass Zucker und Honig kleben.

Bildhaft gesprochen, "verklebt" der hohe Blutzucker die Blutgefäße, die kleinen natürlich zuerst, und besonders die, die vom Herzen am weitesten entfernt liegen - die Gefäße an den Füßen. Haarkleine Gefäße in Augen und in den Nieren die Nierenkörperchen (das sind die Arbeitseinheiten, etwa 1 Million pro Niere) werden durch membranähnliche Substanzen, die nur bei der diabetischen Erkrankung auftreten, regelrecht verstopft und stellen ihre Leistung ein. Die Folgen sind vielfältig:

Am Auge wird die Netzhaut zerstört, die für unsere Sehfähigkeit verantwortlich ist, aber auch die Linse wird durch Einlagerungen (Grauer Star) getrübt, und durch "Milchglas" kann man nicht durch sehen! Der Innendruck im Auge erhöht sich, was wir als Grünen Star kennen. Bei der Niere kommt es zunächst zu Eiweißverlusten im Urin. Lassen Sie daher regelmäßig Ihren Urin untersuchen! In der Folge über Jahre hinweg, stellen die Nieren ihre Tätigkeit allmählich ein.

Dann bleibt nur noch die Dialyse, die "künstliche Niere", ein Gerät, das dreimal vier Stunden pro Woche das Blut "wäscht". Nervenschädigungen durch mangelhafte Blutversorgung (verklebte Gefäße!) machen sich in Missempfindungen an den Füßen (Brennen), und Unterschenkeln bemerkbar. Die Bettdecke wird als zu schwer empfunden. Doch werden auch Nerven des vegetativen Nervensystems geschädigt: Probleme beim Wasserlassen und bei Männern die Unfähigkeit zur sexuellen Aktivität stellen sich ein.

Was ist der "diabetische Fuß"? Unsere Füße sind von unserem Kopf am weitesten entfernt und werden deshalb vielleicht häufig nicht genügend beachtet. Gleichwohl gehen wir mit unseren Füßen durchs Leben! Aufgrund der schlechten Blutzirkulation durch verstopfte kleinste Blutgefäße wird das Gewebe nicht genügend mit Sauerstoff versorgt.
Wo kein Sauerstoff vorhanden, ist kein Leben im Gewebe möglich und auch keine Heilung von Verletzungen.

Diabetiker müssen deshalb peinlich genau auf eine gute Fußhygiene achten:

  • Die Füße täglich in nicht zu heißem Wasser waschen und eine rückfettende Waschlotion verwenden. Drei Minuten sind völlig ausreichend, längere Waschungen weichen die Haut auf, und sie wird anfälliger für Verletzungen.

  • Die Füße gut abtrocknen, auch in Zehenzwischenräumen. Danach eincremen, die Zwischenräume jedoch auslassen, das könnte zur Bildung einer feuchten Kammer führen und die Haut aufweichen.

  • Vorsicht bei Manipulationen mit der Nagelschere! Keine Selbstoperation von Hühneraugen, verdickten Hornhautstellen und eingewachsenen Nägeln! Es muss und darf Ihnen nicht peinlich sein, zu einer Fußpflegerin zu gehen oder diese ins Haus kommen zu lassen.

  • Möglichst nicht barfuß gehen, um Verletzungen zu vermeiden. Wir erinnern uns, Diabetiker haben ein schlechtes "Heilfleisch"!

  • Keine engen Schuhe oder Strümpfe tragen!

  • Keine Wärmflaschen oder Heizkissen verwenden. Durch die Empfindungsstörung könnte es zu Verbrennungen kommen, ohne dass Sie es bemerken. Besser die alten Wollsocken aus dem Schrank holen.

  • Bei jeglichen Veränderungen Ihren Arzt aufsuchen oder sich an die betreuende Pflegekraft wenden. Bitte keine Selbstbehandlung durchführen!

 

Fazit: Man kann mit der "Zuckerkrankheit" leben. Sie müssen sich jedoch intensiv mit ihr auseinandersetzen und an die Regeln einer aus-gewogenen und disziplinierten Ernährung halten. Es gibt in Krankenhäusern die sogenannten Diabetikerschulungen, Sie können Ihren Arzt, Pflegedienst oder die Sie betreuende Pflegekraft fragen. Wenn Sie Hilfe benötigen - sagen Sie es, sie steht Ihnen zu.
In diesem Sinne - gute Gesundheit!

Ihre
Margitta Bieker

Quellen:
Schäffler et al.: "Pflege heute", Lehrbuch und Atlas, Stuttgart 1997, Seiten 772 ff.
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 257. Auflage, Berlin 1994
Microsoft Encarta 1999, CD-Rom: "Zuckerstoffwechsel".