Toskana und französische Alpen, 2960 km - 1. Juni bis 17. Juni 2008
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Autoreisezug ab Düsseldorf nach Bozen am 01.06.2008, Abfahrt 17.00 Uhr. Wir waren um 16.00 Uhr zum Einchecken dort, was sich als günstig erwies.
Bei dieser Tour wollten wir Nerven, Reifen und Sprit sparen, es ist sehr zu empfehlen! Kosten pro Person und Motorrad: 230 Euro im Liegewagen incl. Frühstück um 7.00 Uhr, kurz vor der Ankunft in Bozen.

Die Bändsel wurden an strategisch günstigen Stellen von den FahrerInnen angebracht, Tankrucksack musste mitgenommen werden. Koffer und Packrollen durften auf den Maschinen bleiben.
Es war sehr sehr niedrig in der unteren Etage. Selbst ich musste bei einer Größe von 1,66 m den Kopf einziehen und hatte ihn auf dem Tankrucksack abgelegt. Trotzdem war ich sehr froh, als die Maschine verzurrt war.
Ankunft in Bozen um 07.40 Uhr. 
Bis wir die Maschinen zurück hatten - gleiche Prozedur mit Kopf einziehen - verging gut eine Dreiviertelstunde. Danach hatten wir auf unserem Kocher mit italienischer Espressomaschine richtigen Kaffee gekocht.
André und Rebecca hatten wir beim Einchecken in Düsseldorf kennengelernt. Leider konnten wir nicht das Abteil gemeinsam nutzen, die Gesellschaft, die uns zu teil wurde, war nicht nur wegen des Altersunterschiedes und gewissen gesundheitlichen Beschwerden nicht sehr passend, sondern auch deshalb, weil das andere Paar die unteren Betten belegte und erst in Verona ausstieg.
Vom Zugbegleiter hatten wir deshalb das Privileg, im Bistro frühstücken zu können, die Herrschaften schliefen eben noch.
02.06. - 06.06.08
Über die Dosenbahn sind wir 387 km über Verona, Bologna und (fast) Florenz auf die Strada Firenze-Livorno-Pisa gefahren. Ausfahrt Ginestra Fiorentina Richtung Montespertoli. Die Orte wurden immer kleiner…und die Straßen auch. Hinter Anselmo (Gibt es in Google-Maps nicht!) war dann unser Ziel, das Weingut Podere dell’ Anselmo, ausgeschildert. Kosten der Autobahn: 21 Euro pro Person.

So ganz problemlos erreichten wir das Zimmer nicht, denn das war auch ein unbefestigter Weg mit Kuhlen, Löchern, Kieselsteinen, zum Glück trocken. Die Einfahrt zum Parkplatz hatte Wolfgang verfehlt und für mich war klar, dass meine Lady nicht weiter fahren wollte, als Wolfgang dank eines Feldweges das Manöver “Wenden in
drei Zügen” rückwärts in einen Feldweg bereits einleitete.
Es waren für mich höchstens 10 Meter rückwärts zu bewältigen, aber bei Steigung
und mit vielen Kuhlen durch mein Kurzbeinsyndrom keine leichte Sache.
Wenden in drei Zügen kam nicht in Frage, der Weg war nicht breit genug, am linken Rand eine tiefe, breite Wasserrinne. Da mit dem Hinterrad reinzurutschen, hätte das Aus bedeutet.
Die zwei schweren Seitenkoffer zogen eigentlich schon von alleine, ein Bein auf die Fußbremse habe ich mich auch nicht getraut, also mit der Handbremse dosiert rückwärts. Irgendwann kam der Moment des Lenkeinschlags nach rechts, um auf den Parkplatz rollen zu können.
Da verließ mich meine Contenance mit der Handbremse. Wolfgang musste sich hinter meine Lady stellen, um sie mit rumziehen zu können. Da hing ich bereits - für mich nicht sichtbar - in einer Kuhle fest, die meine Beine schwebend machte und die Nerven vollends blank legte.
Wolfgang zog sehr beherzt, so dass das Hinterrad aus der Kuhle wieder frei kam. Die Maschine kippelte so stark nach rechts, dass ich mit allem bereits abgeschlossen hatte - gleich lege ich sie ab! Zum ersten Mal nach drei Jahren!
Aber irgendwie kippte sie nicht um, sie wollte einfach nicht liegen!
Durch das Regenzeug gepaart mit Stress stand ich voll im Schweiß, Sauna ist im Vergleich dazu eine trockene Angelegenheit.
Endlich - stand ich auf dem Parkplatz und konnte die Maschine abstellen. Sofort aus den Regenklamotten raus und erstmal durchgeatmet.
Beim nächsten Mal versuche ich es mit abgestelltem Motor und mit dosiertem Kupplungszug.
Aber dann hatten wir doch unser Zimmer erreicht. Klein, schnuckelig - und mit kräftiger Dusche. Die hatten wir nach der Zugfahrt echt verdient. Zur Begrüßung gab es eine Flasche Wein gratis. 
Florenz - eine Reise wert?
Hauptstadt der Toskana, viel Verkehr, viel Staus und mittendrin die unvermeidlichen Piaggios, die waghalsig zwischen drin fahren. Irgendwie klappt es - keine Unfälle.
Man verständigt sich non-verbal (Hupen, Stoppen oder Winken) situativ über Vorfahrtsregeln, Linien haben allenfalls empfehlenden Charakter. Ampeln springen sofort von rot auf grün, ohne Aufwachphase dazwischen (gelb).
Das Wetter dunstig mit Tröpfelregen, gefühlt wie im Treibhaus für eine Tomatenzucht. Interessant der Domplatz mit den Kunstgestalten aus grünem und weißem Marmor.
Der Cappucino kostet 4 Euro, dafür schmeckt er erstklassig. Um unsere Maschinen wieder zu finden, haben wir das Straßenschild fotografiert und immer wieder einen Blick zurück risikiert, um sich die Gegebenheiten zu merken.
Das muss ich nicht wieder haben. Der Dom von außen beeindruckend, innen eher schlicht. DAs Untergeschoss für 3 Euro besichtigt, hier sehen wir die Grundsteinlegung und - zwei Totenköpfe hinter Gittern und Glas, wahrscheinlich die von Michelangelo. Für Erläuterungen in Deutsch muss man wieder 1 Euro hinlegen, dass leppert sich, also lassen wir es sein.
Ach ja - nicht zu vergessen - David!
Riesig, diese Statue, vor allem auch sein Gemächt, Michelangelo verstand sich auf die Anatomie. Nach unserem Reiseführer (Marco Polo: “Toscana”) wollte er mit David auch ein politisches Zeichen setzen, ein erotisches hat er sicher geschafft!
Die Maschinen hatten wir sicher abgestellt und zur Sicherheit die Straßenschilder fotografiert, damit wir sie auch wieder finden.

Der Dom von außen, beeindruckendes Kunstwerk aus grünem und weißem Marmor. 
Innen eher schlicht. Noch nicht mal Bänke zum Sitzen, aber angenehm kühl.
Eine Häuserfassade, die sich im Arno spiegelt.

Volterra - Alabasterträume
Heute geht es nach Volterra, wir benutzen den Bruckmanns Motorradführer von Petra Balzer. Sie hat einige kurvenreiche Touren zusammen gestellt. Unser Navi hat nicht die passende Software, also nach Karte und Gefühl fahren. Das Wetter ist eigentlich ideal, nicht zu warm und nur ab und zu ein paar kleine Tröpfelschauer, die nicht das Regenzeug lohnen. Hier sieht
man die typische Toskanalandschaft auf dem Weg nach Volterra.
Die Kurven und die Aussicht sind traumhaft, der Tourismus hält sich noch in Grenzen.
Volterra ist reizend innerhalb der Stadtmauern, der Capuccino kostet nur 2,5o Euro und schmeckt auch traumhaft wie in Florenz. Die Basilika ist ungleich prunkvoller als in Florenz der Dom, aber nur innen, von außen sieht man ihr das nicht an. Viele Seitenschiffe mit der Marienverehrung, beim Eintreten fällt unser Blick auf ein Ölbild von der Kreuzesabnahme Jesu. Wieder denke ich, dass die Kreuzigung von Christus eine idealisierte und verherrlichende Form der Folter ist.
Ach ja, der Alabaster! Ein wundervolles Material, der zu allem verarbeitbar ist, ich habe mich für einen Aschenbecher für 4,80 Euro entschieden, der noch ziemlich natürlich wirkt und nur im Inneren platzschaffend für die Kippen bearbeitet wurde.
Der Schotterweg zurück ist wie immer eine Zerreißprobe für meine Nerven.
Isola d'Elba - in Proccio 
Heute Morgen blauer Himmel, wir sind schon früh aufgestanden - 7.30 Uhr.
Der Weg führt uns wieder Richtung Volterra, dann auf die Schnellstraße nach Piombino, wo wir auf die Fähre müssen.
Motorräder dürfen als erstes reinfahren. Wolfgang fährt vor, mich winken sie ganz nach vorne im Schiffsbauch, meine Lady wird mit einem Seemannsknoten gesichert. Wolfgang muss seine dicke Varadero auf den Hauptständer stellen, was nur mit einem von der Besatzung gelingt.

Auf dem Sonnendeck dürfen wir für ein Stündchen dösen, dann sind wir auch schon da, alles für 134 Euro, 2 Personen hin und zurück.
Im Vergleich mit der Autoreisezugverladung war das ein Kinderspiel - oder bin ich schon eher hartgesotten?
Kurz nach unserer Ankunft ziehen allerschwärzeste Regenwolken auf, wir ziehen uns an. Dann bricht es los und wir kommen im prasselnden Regen in Poggió an, schönste Kehren auf glitschiger Straße. Na klasse.
Gestern hatten wir uns die Lage der Pension auf Google Map Satellit angeschaut, trotzdem fahren wir erstmal falsch, in eine Straße steil bergan, 2 Meter breit mit riesigem Attenzione Schild.
Mir schwant, dass ich in kürzester Zeit das Wenden in drei Zügen anbringen kann, so, wie wir das beim Sicherheitstraining gelernt haben. Und siehe da, da hält Wolfgang schon an: “Wir müssen drehen!” Ich nicke ergeben, immerhin ist es eine asphaltierte Straße. Ich suche mir ein schönes breites Stück, wo ich nicht sofort den Hang rückwärts abgehen kann, sondern noch etwas Puffer mit einem unbefestigten Wegrand drin ist.
Ich muss mich regelrecht zwingen, nach rechts unten zu schauen, um mit dem Vorderrad rumzukommen, obwohl es lang reicht. Wenn bloß der Kopf nicht immer im Weg wäre!
Unten wieder angekommen, sehen wir unsere Pension in rosarot links neben uns, sie putzen gerade unsere Unterkunft. Sehr nette Leute, der Wirt kann etwas Deutsch. Die Aussicht auf das Meer von hier oben (ca. 400 m im Westen der Insel) ist einfach grandios, vor allem, als der Regen aufhört.
Eigentlich wollten wir ins Restaurant, aber wir bleiben erstmal beim Alimentari kleben und kaufen kleine Dinge ein, die uns der Verkäufer sehr nett in Italienisch anpreist. wir probieren Ziegenkäse, sein selbst hergestelltes Olivenöl mit Weißbrot, nehmen probeweise eine Flasche Kastanienbier mit und Kastanienhonig mit echten Maronen darin. Noch ein paar Dosen Becks Bier und das ganze kostet - 60 Euro.
Im Lidl hätten wir den ganzen Wagen voll, aber das hier sind ja auch Spezialitäten!
Deshalb sind wir nicht mehr essen gegangen, sondern haben auf dem Bett hockend die Feinkostsachen probiert. Das Kastanienbier schmeckte süßlich und ist wohl mit Hefe versetzt, es schäumte unsagbar und verursachte viele Bäuerchen.
So., 08.06.08 Anstieg auf den Monte Cabanne
Mittags überlegen wir, auf den Monte Cabanne zu steigen, nur 600 Höhenmeter, um uns die Wolken von innen anzusehen.
Der Weg ist gut ausgeschildert, es geht sofort sehr steil bergan, mit Stöcken und Wanderschuhen sind wir ziemlich gut ausgerüstet.
Mitunter bricht die Wolkendecke mal auf und wir sehen Proccio. Schade, die Aussicht müsste sensationell sein, wenn der Nebel nicht wäre. Nach zwei Stunden sind wir oben.

Dort treffen wir auf ein deutsches Ehepaar, was um 14.30 Uhr immer noch glaubt, dass um 14.50 Uhr die Seilbahn fährt. Nun, weil es eben dort geschrieben steht.
Aber die Seilbahn ist total verlassen, still hängen die Körbe in der Luft. Ich hatte damit gerechnet, dass wir den Steig auch wieder herunter müssen, bei der glitschigen Route nicht unbedingt erstrebenswert. Aber, was bleibt uns übrig. Das Ehepaar gibt auf und macht sich auch an den Abstieg. Wir halten erstmal Brotzeit.

Wolfgang will sich den Frischkäse aufs Brötchen schmieren, beim Öffnen der Aluminiumverpackung sieht das ganze aber nach Backhefe aus. Manchmal wäre ein Wörterbuch im Supermarkt nicht schlecht. Ich pfeffer die Backhefe in das TaL. Habe ich mir schon immer mal gewünscht, ein Stück Hefe den Berg runterzuwerfen.
Wir nehmen nicht die komplette Route auf dem Bergrücken zurück, sondern zweigen durch den Wald ab.
Super! Moosbewachsene Bäume, ein bisschen Plätschern von der Schneeschmelze, gerader Weg am Hang entlang. Könnte endlos so weiterwandern.
Irgendwann gelangen wir auf die Attenzione Straße nach Proccio und sind in einer halben Stunde bei unserer Unterkunft.
Heute ist Sonntag, und da erlauben wir uns ein Abendessen im Restaurant. Wolfgang vertilgt ein Rumpsteak von 500 g, alledings ist da viel Knochen dran. Ich nehme Lammkoteletts mit Ruccola Salat und Parmesan. Das ganze für schlappe 80 Euro, natürlich noch mit Wein und Wasser.
Wow - ein super Tag, trotz schlechtem Wetter!
Marina di Campo
Heute sind wir von Poggio aus quer über die Insel Richtung Marina di Campo gefahren. Dort gibt es Sandstrand.

Ein Blick in die Tiefe- beeindruckend das Grün des Meeres. Hier war allerdings kein Badestrand. Der liegt im Osten und ist langweilig wie alle Strände.
Auch dort mussten wir mit der Technik kämpfen. Wir wollten etwas Geld abheben.. Aber es hieß, es gäbe grad keine Linie. Also sind wir ausgiebig durch die City getingelt und waren nach 5 Minuten wieder da. Größer ist die City nämlich nicht! Und siehe da - Problem war behoben und wir genehmigten uns mal ein Essen. Der anschließende Einkauf fand in einem Supermarkt statt und überraschte uns also nicht mit dem Preis…
Weiter fuhren wir dann westlich um die Insel herum. Kurz hinter Chiessi dann eine atemberaubende Steilküste - und dort auch eine kleine Haltebucht. Also Pause gemacht, Bilder geknippst. Und überhaupt diese Küstenstraße: Einfach genial für Moppeds!
Kurven ohne Ende und manschmal kann man sie sogar einsehen. Und so gut wie kein Verkehr!
09.06.08 - Abschied von Elba
Wir haben Glück und erwischen die Fähre eine Stunde eher als gebucht, um 11.40 Uhr. Es geht Richtung Frankreich.Irgendwie ist es wieder ziemlich ungewohnt, mit den voll gepackten Maschinen zu fahren. Durch den gestrigen Regen ist die Attenzione Straße mit altem Laub und frischen Blüten zusammengespült ziemlich glitschig.
Ich fahre wie auf Eiern. Ganz langsam um die kURVEN. Muskelkater von gestern quält mich auch, und irgendwie meldet sich mein linkes Handgelenk.
Von der Fähre runter, fahren wir Richtung Livorno und gehen dort auf die Autobahn. Irgendwie spinnt der Ticketautomat: Ich kann kein Ticket ziehen, so oft ich auch auf den dicken Knopf drücke. Wolfgang ist schon durch, die Schranke senkt sich auch nicht, also fahre ich ohne durch, der Sprechknopf brachte auch keine Hilfe.
Das kann ja heiter werden, wenn wir wieder runter fahren!
Jetzt dreschen wir erstmal los mit 130 Km/h. Mehr ist auf den italienischen Autobahnen nicht erlaubt, und selbst die machen mir Schwierigkeiten, es ist sehr windig und meine Lady schankt hin und her.
Auf einem Parkplatz kochen wir auf dem Gaskocher Kaffee, stürzen den fast herunter, weil ein Gewitter sich schon mit Blitzen ankündigt.
Wir fahren vor ihm weg, weil wir beide keine Regenklamotten anziehen wollen.
Irgendwann suchen wir dann die Abfahrt. Ich habe heute echt keine Lust mehr auf Motorradfahren, so dass wir kurz vor Genua in Recco von der Bahn fahren und klammen Herzens das Donnerwetter an der Zahlstelle erwarten. Jedenfalls ich hatte irgendwie Sorge. Mein Plan war, neben Wolfgang zu fahren, und wenn er das Geld in den Automaten schiebt, mit zusammen rauszufahren.
Es war aber eine bemannte Zahlstelle.
Der was not amused, dass ich kein Ticket habe. Wolfgang bietet ihm “double to pay”. Er schreibt sich mein Nummernschild auf,dann darf ich rausfahren, Wolfgang bleibt noch ein bisschen länger als Geisel zurück, dann darf auch er durch. Bei den Italienern klingt ja selbst die normale Unterhaltung, als wären sie sauer, aber ich glaube, der war es wirklich. Scusi.
10.06.2008 Fahrt durch die französischen Alpen
Heute wollten wir also die Grenze zu Frankreich überqueren.
Von Úscio aus sind wir kleine, kurvige Strassen bis zur Autobahn A10 gefahren. Zum Glück hatte es nicht geregnet und wir konnten die Kurven schön schwingen…soweit es der Gegenverkehr zuließ.
Auch wenn es sich einfach anhört, aber bei Genua auf der A10 zu bleiben ist nicht so einfach. Hatte aber gut geklappt. Völlig ungewohnt auch die Ansammlung von längeren Tunnels, an deren Ausgang hin und wieder mal die Polizei steht, um mal zu schauen, ob alles mit der rechten Geschwindigkeit zugeht. Bei Savona haben wir die Bahn gewechselt und sind auf die A6 Richtung Turin gefahren. Auch diese Bahn ist ein Erlebnis. Eine S-Kurve reiht sich an die nächste. Wie Achterbahnfahren.

Ach ja - die Sache mit den Tickets hatte bei mir gut geklappt. Zumindest das Ziehen des Tickets. Als wir bei Mondovi die Bahn verließen, war das mit dem Bezahlen wieder so eine Sache. Der olle Automat wollte nur in italienisch mit mir reden.
Weiter! Auf der 564 fuhren wir nach Cúnio und haben dort erstmal eine Mittagspause eingelegt. Schön, dass auch dieser Ort von irgendwelchen Ausländern noch nichts gehört hat - zumindest die Bedienung, bei der wir etwas zu Essen bestellten. Also gab es Panini. In diesem Fale war es ein staubtrockenes, größeres Brötchen mit einer Lage Salami. Toll. Die italienische Küche ist wirklich abwechslungsreich.
Kurz hinter Cúnio zogen wir uns dann die Regenklamotten an. Genau zur rechten Zeit, denn schon fing es an zu zu plästern. Machte aber nix, wir waren ja trocken!

Hinter Pietraporzio machten wir Kaffeepause.
Auch dort sah es verdächtig nach Regen aus, aber es hielt sich doch in Grenzen. Schade war, dass das bisschen Regen ausreichte, die Strasse feucht zu machen. Denn hier folgte auch eine Tornanti der Nächsten. Und genau weil es nicht richtig nass war, mußten wir doch sehr vorsichtig fahren. Und nicht nur wir. Es kamen uns immer wieder andere Moppedfahrer entgegen, die auch alle wie auf rohen Eiern fuhren.
Das Handling der Maschinen wurde immer besser, bis es uns einfiel: Die Tanks waren so gut wie leer. Uhps! Auch direkt hinter der französischen Grenze - keine Tanke weit und breit. Was nun? Geplant war die Route der Grandes Alpes gen Norden zu nehmen. Da die Orte auf dieser Strecke zumindest auf der Karte ziehmlich klein aussahen, haben wir uns gen Süden Richtung Barcelonnette gewand.
Hinter Jausiers war es dann soweit. Wir mußten tanken!!
Also nochmals umgekehrt, in den Ort rein - und ich signalisierte mit wildem Blinken und Fernlicht, dass ich Zapfsäulen gesehen hatte - eine Zapfsäule, an der wir schon 3 mal vorbeigefahren sind. Als ich zum Zahlen gehen wollte, fiel mir das Hotelschild auf - also gleich nachgefragt, ob wir nicht bleiben könnten.
Treffer - versenkt!! 45 Teuronen für ein Doppelzimmer pro Person.
Aber mit Garage für die Moppeds sowie Frühstück und eine warme Mahlzeit.
Interessante Begegnung mit einem britschen Paar 
Dieser Wagen heißt Lomax, hat drei Räder, hinten nur eins, kein Dach und einen 2 CV Motor. Das Paar sah uns beim Picknick und sie hielten spontan an. Die beiden sind Rentner und in Europa unterwegs. Finanziert wird das Unternehmen durch Artikel in Reisezeitschriften. Wir hatten sehr gelacht.
13.06.08 Im Schwarzwald
So, heute ist mal wieder Bewegen angesagt und die Mopeds nur für den kurzen Transfer zur Wutagschlucht benutzt. Es ist kalt.Gegen Kälte kann man sich schließlich schützen, gegen Hitze nicht, wollen uns mal nicht beschweren.
Wir erhaschen einen kurzen Blick auf zwei junge Füchse, die die Straße überqueren.
Wieso erwischen wir eigentlich immer diese Kälteperioden? Im September in den Dolomiten 10 Grad, und jetzt nennt sich das Ganze Mitte Juni “Schafskälte”. Zum Glück ist es trocken. Wir packen das Wanderequipment ein, parken die Maschinen an der Schattenmühlehütte und fahren mit dem Wanderbus zur Wuta
chhütte
.
Von dort starten wir zur Wanderung durch die Wuttachschlucht, Gesamtlänge 12,5 km. Es geht leicht rauf und runter auf glitschigen, mit Steinen durchsetzten Wanderwegen.
Ein sehr schönes Stück Natur am Fluss entlang, aber nicht mit einer Höhenwanderung zu vergleichen.
Stellenweise geht es über 2 Km nur einfach strack geradeaus, Wolfgang findet das wie als “rumdaddeln”
Nichtsdestotrotz, nach 5 Stunden kommen wir ausgehungert, nass geregnet und mit schmerzenden Hüften an der Schattenwaldhütte an. Wir hatten nämlich nichts zu essen mitgenommen. Seit dem Frühstück waren nun schon 9 Stunden vergangen. Wir bestellen uns was auf Kartoffelbasis: Wolfgang Bratkartoffeln mit Speck und ich ein Riesenrösti mit Spiegelei und Leberkäse.
Eine warme Mahlzet kann so schön sein!
Danach zurück in unsere Unterkunft in Löffingen Dittishausen, in die zünftige Dorfkneipe mit familiären Charakter.
Die warme Dusche ist die zweite Wohltat an diesem Tag und vor allem, die Heizung ist eingeschaltet!
Man kann doch mit so wenig schon glücklich sein.
15.06.08 Der Rheinfall von Schaffhausen
Heute, 16.06., fing der Tag so an, wie eigentlich kein Urlaubstag anfangen sollte. Mit der Frage: Was tun wir heute? Hintergrund ist, dass im Wetter des Morgenmagazins von dauerhaftem Regen im S üdwesten Deutschlands gesprochen wurde. Also doch lieber mit dem Zug (kostenlos!) nach Freiburg reinfahren und nen regnerischen Stadtbummel machen? Doch unser Wirt meinte nur, dass es wirklich nur vereinzelt regnen soll.

Also haben wir uns den Rheinfall vorgenommen. Da es schon den ganzen Morgen am Tröpfeln war, noch die lange Unterhose drunter- und das Regenzeuch drübergezogen. Gibt ne super Bewegungsfreiheit! Das Michelin-Männchen ist dünn dagegen.
Das Falk Navi N200 noch davon überzeugt, dass wir gern abgelegene Strassen fahren wollen und los geht’s. Wir fahren und fahren und ich warte auf den Regen und dass es kälter wird…ich schwitze!
Endlich in Schaffhausen angekommen - raus aus den Klamotten. Natürlich hat es auf der Fahrt (außer einigen Tropfen) nicht geregnet - wie immer, wenn man vorbereitet ist.
Zum Rheinfall selbst - gibt es nicht viel zu sagen. Die Wucht und Gewalt, mit der das Wasser dort zu erleben ist, kann man nicht beschreiben und auch Fotos sind dazu nicht in der Lage. Also am Besten mal selber hinfahren.
Heut Morgen dann das letzte Frühstück bei Hilperts. Draussen sieht es grau aus und die Strassen funkeln uns nass entgegen. Da es laut Wetterbericht ab Stuttgart besser werden soll, haben wir uns entschlossen, zunächst die Dosenbahen zu nehmen. Bei den schönen Schwarzwaldstrassen zwar schade, aber nass und voll aufgerödelt macht das dann doch keinen Spass.
Abschied und heimwärts
Da nichts so sicher wie der Wetterbericht ist, sind wir die A5 noch bis hinter Heidelberg gefahren und haben die Bahn bei Weinheim verlassen. Auf der B38 ging es dann unserem Ziel Neu-Isenburg entgegen. Dort können wir kostengünstig bei Edda&Alex unsere letzte Urlaubsnacht verbringen.
Alles in allem - ein Super Urlaub!




