Tschechien und Slowakei, 3100 km - 28. Mai bis 9. Juni 2011

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Sa., 28.05.2011: Niedernhausen – Leutenberg
Wir kommen so gegen 10:30 Uhr los. Es ist zwar bewölkt und nicht sehr warm, aber es bleibt den ganzen Tag trocken. So gegen 18:00 Uhr kommen wir in Leutenberg an, prompt kommt auch jetzt die Sonne heraus. Wir nehmen ein Zimmer in der Bikerherberge „Sormitzblick“, die so voll ist, dass wir nur noch ein sehr einfach ausgestattetes Zimmer bekommen.
So., 29.05.2011: Leutenberg – Neuhausen
Was für eine Nacht! Das Zimmer bzw. Bett war zwar in Ordnung, aber leider unsere Zimmernachbarn nicht. Nachts so gegen 4:00 Uhr kommen sie heim, versuchen unsere Zimmer zu betreten, merken dann, dass sie falsch sind und gehen (Gott sei Dank) ins Nebenzimmer.
Bei Oelsnitz verlassen wir das Schiefergebirge Obere Saale mit den zahlreichen schiefergedeckten Dächern und den oft schieferverkleideten Häusern. Jetzt steigen wir ein in das Erzgebirge bzw. Vogtland. Und es geht genauso schön weiter wie heute morgen. Über Schöneck und Klingenthal geht es über kleine, ruhige, schöne Landstraßen oft durch lichte Wälder bis Carlsfeld, wo wir an einem schönen Flecken an einem Fluss noch mal eine kurze Pause machen. Halbwegs ausgeruht geht es durch die immer noch idyllische Gegend bis Johanngeorgenstadt und Schwarzenberg. Dann folgt ein nicht ganz so schönes Stück Straße bis Annaberg-Buchholz. Viel Verkehr und Ort an Ort stören uns schon ein wenig.
Gut das es hinter Annaberg-Buchholz wieder anders, wieder schön wird. Über Geyersdorf und Mildenau geht es wieder kurvenreich bis Marienberg. Wir fahren zunächst auf der landschaftlich ansprechenden B 171 Richtung Olbernhau, bei Zöblitz kommt noch eine Umleitung, die uns durch ein schönes Tal – fast Schlucht – führt. Dann geht es von Olbernhau noch bis Neuhausen, wo wir nach kurzer Suche auch ein sehr ruhiges Hotel (Goldhübel) finden.
Mo., 30.05.2011: Neuhausen – Rokytnice Nad Jizerou
Der erste Grenzübergang nach Tschechien ist gesperrt, wir nehmen die Umleitung, Die Strecke führt schön durch einen Wald, es herrscht nicht viel Verkehr. Die nächste Abzweigung Richtung Tschechien ist ebenfalls wegen irgendwelcher Bauarbeiten gesperrt. Also noch einmal einen Umweg. Die Straße ist zwar immer noch schön, aber so langsam nerven die vielen gesperrten Strecken. Doch gute 20 Kilometer weiter ist es geschafft, wir überfahren die Grenze zu Tschechien. Jetzt wird die Strecke richtig schön. Kurvenreich, oft durch Wald, weniger Orte als in Deutschland und wenig Verkehr. Dazu ein strahlend blauer Himmel, schön – und fast schon zu warm zum fahren. So fahren wir über Moldava, Hrob und Dubi nach Krupka. Bis Chiumec noch über eine größere Straße, dann tauchen wir schon ein in das tschechische Elbsandsteingebirge. Über Petrovice geht es nach Tysa.
ist wirklich einen Stopp – vielleicht auch mal mehr – wert. Einzigartige, teilweise skurrile Felsformationen, alles umgeben von einem tiefen, grünen Wald, einfach herrlich!

Zwischen Chribska und Kytlice fahren wir über eine echte „Single road“, sehr schön. Dann geht es von Novy Bor bis Jablonne V Podjestedi über die breite, für hiesige Verhältnisse gut frequentierte „13“. Auch das anschließende Stück bis hinter Postrelna ist nicht viel abwechslungsreicher, nur der Straßenzustand ist deutlich schlechter. Vorbei an einigen Seen und durch luftigen Wald geht es über relativ kleine Straßen über Osecna und Chesky Dub bis Hodkovice. Bis Georg in Hodkovice die richtige Straße nach Frydstejn findet, leisten wir uns eine „Stadtrundfahrt“. Doch dann geht es ebenfalls wieder über kleinste Straßen durch diese herrliche waldreiche, gebirgige Landschaft bis kurz vor Zelezny Brod. Langsam werde ich müde. Aber für die letzten Kilometer auf gut ausgebauten aber kurvenreichen Straßen reicht es noch. Und nach diesen letzten Kilometern über Tanvald und Desna erreichen wir Rokytnice Nad Jizerou und quartieren uns im Hotel „Stary Mlyn“ ein.
Di., 31.05.2011: Rokytnice Nad Jizerou 
Morgens scheint die Sonne. Der Hotelchef hat uns eine schöne Wanderung empfohlen.
Es braucht etwas Überzeugungskraft, bis Georg mich davon überzeugt habe, mit wenig Gepäck und fast ohne Schutzkleidung die etwa 15 Kilometer bis zum Startpunkt zu fahren. Doch dann geht es mit der CBF los, ich bin Sozia auf meiner eigenen Maschine. Bei Misecky stellen wir die CBF ab und fahren noch etwa 600 Höhenmeter mit dem Pendelbus in Richtung Snetzka.
Anschließend geht es auf Schusters Rappen hinein in die schöne Bergwelt des Riesengebirges. Latschenkiefern, Kräuter, Beeren (Moltebeeren?) mit Flechten übersäte Felsen, einfach schön. So wandern wir 15 bis 20 Kilometer über den polnisch-tschechischen Grenzkamm, weilen kurz in Polen, sehen kleine Wasserfälle, große Schluchten und am Ende sogar die Elbquelle. Dazu Stille und ein krachtiger Wind, der einem die Worte von den Lippen reißt, dieser herrliche Duft nach Kiefern und Kräutern. Das Leben kann so schön sein, vor allem wenn nur wenige Menschen diese Landschaft suchen – Tschechien ist kein Land des Massentourismus, vom Wintersport einmal abgesehen. Da alle „Bouden“ geschlossen sind, geben wir auch nicht viel Geld aus.



Den Abstieg zur CBF machen wir dann durch einen schönen Bergwald zu Fuß. Beim lang ersehnten Cappucino in unserer Unterkunft berichtet der Hotelchef in fließendem Deutsch, dass wegen des bevorstehenden Feiertags am 02.06. von Donnerstag bis Sonntag mit 60 Personen sein Haus voll sein wird, aber die übrige Zeit im Jahr kaum ausländische Gäste zu Besuch kommen. Lediglich die kurze Saison zu Weihnachten und Silvester beschert Deutsche und Niederländer. Er hat sich auf Familien - meist tschechische - mit kleinen Kindern spezialisiert und somit aus der Not eine Tugend gemacht. Zahlreiche Spielgeräte vor und im Haus sowie eine ganze Kinderbettengalerie im Flur belegen das.
Mi., 01.06.2011: Rokytnice Nad Jizerou - Jesenik
Nachdem gestern Nacht noch heftige Gewitter mit fotogenen Blitzen über Rokytnice hinwegzogen, scheint heute Morgen wieder die Sonne. Die Hotelrechnung summierte sich doch mit den ganzen Kleinigkeiten auf einen nicht erwarteten Betrag.
Wir starten los und fahren die ersten Kilometer wie gestern durch diesen schönen Wald. In Vitkovice biegen wir aber jetzt nicht mehr ab nach Misecky sondern fahren weiter nach Vrchlabi. Dabei begleitet uns die Elbe noch mal ein kleines Stück – hier schon deutlich größer als oben an der Quelle.
Außerdem lassen wir jetzt auch das Riesengebirge langsam hinter uns.
Danach geht es etwas zügiger auf gut ausgebauter Straße (14) in weiten Kehren durch eine immer noch grüne Gegend, in der jetzt aber bis Trutnov viele Landwirtschaftsbetriebe zu sehen sind. Hinter Trutnov verlassen wir die breiten Straßen wieder und fahren auf kleinen Sträßchen mit Flickenasphalt über Petrikovice und Chvalec bis zum „Steinernen Dorf“ bei Adrspach. Die teils grotesken Felsen und Felswände sind echt sehenswert. Wir wandern kurz um den kleinen See, bewundern bei einem Kaffee die Steine und etliche Schüler an einer
(künstlichen) Kletterwand. Dann geht es weiter.
Es scheint zwar immer noch die Sonne, rechts und links, über den Bergen steigen aber dunkle, regenschwere Wolken auf. Über Broumov geht es nach Polen. Dabei bremst uns des Öfteren ein Zug ein, der auf seiner Fahrt mehrmals unsere Straße kreuzt. Die Bahnübergänge haben oftmals nur ein Stoppschild! In Polen bleiben wir zwar zunächst noch auf einer kleinen Straße, der Schwerlastverkehr nimmt aber deutlich zu. Ansonsten sind hier in den Dörfern im polnisch-tschechischen Grenzgebiet doch zahlreiche Häuser leer und verfallen, auch wenn es noch genügend schöne und belebte Dörfer gibt.
In Klodzko biegen wir wieder auf eine vermeintlich kleine, gelbe Straße (46) in Richtung Nysa ab. Doch die Straße ist weder schön noch kurvenreich. Sie führt überwiegend geradeaus und ist von zahlreichen LKW's befahren. Ich bin regelrecht genervt. Wir fahren zurück nach Tschechien. Der Himmel zieht sich jetzt immer mehr zu. Wir machen noch mal eine ganz kurze Pause an einer schön im Wald liegenden Höhle, danach geht es die letzten Kilometer bis Jesenik, wo wir ein kleines, preiswertes Hotel finden. Die Konversation gestaltet sich schwierig: Mit ein bisschen Englisch verstehe ich, dass morgen früh keiner da ist, Frühstück gibt es nicht, der Schlüssel muss vor der Abreise in den Briefkasten geworfen werden, aber nur, wenn wir uns ganz sicher sind, im Zimmer nichts vergessen zu haben. Georg hatte verstanden, dass erst ab 8.00 Uhr jemand da ist.
Kurz abspannen, dann raus in das recht schöne Städtchen. Gerade als wir bei unserem Abendessen in einem gemütlichen Restaurant am Marktplatz sitzen, fängt es heftig an zu regnen. Doch jetzt stört uns der Regen nicht mehr. Denn wir essen zum zweiten Mal tschechische Knoblauchsuppe als eigene Kreation des Lokals, die hat es wirklich in sich, vor allem viel Knoblauch und Salz.
Do., 02.06.2011: Jesenik - Vsetin
Das Zimmer ist gut und ruhig, so schlafen wir relativ lange. Danach zusammenpacken, Frühstück gibt es leider nicht. Personal ist auch nicht da. Also hatte ich recht mit der Übersetzung des Hoteliers. In der nebenan liegenden Bar noch einen echten Kaffee, den ich mit einem kritischen Blick in die Dose ausgesucht hatte. In Tschechien brühen sie den Kaffee in der Tasse oder Glas gleich mit dem Kaffeemehl auf, das spart Filtertüten. Man darf nur nicht zu früh trinken, sonst hängt einem der Prütt zwischen den Zähnen. Bevor wir losfahren können, muss natürlich noch die Sicherheitskette zwischen den Motorrädern entfernt werden. Den Schlüssel für die Motorradkette hatte Georg gut versteckt: Nach 10 Minuten findet er ihn endlich in der Geldbörse.
Dann geht es los. In Jesenik ist es kühl und trüb, die Gipfel des Altvatergebirges hüllen sich in klamme, weiße Wolken. Je höher wir steigen (Passhöhe: 1013 m), desto dichter wird der Nebel und es wird richtig frisch. Somit bleiben Fahr- und Augengenuss etwas auf der Strecke. Doch hinter der Passhöhe wird es zunehmend besser. Die letzten Kehren beim Abstieg sind trocken, die Sicht ist ausreichend, es läuft gut. Bei Rapotin verlassen wir die 44 und biegen ab auf die 11 Richtung Bruntal. Die Straße windet sich jetzt wieder hinauf ins Altvatergebirge, aber hier auf der Südseite ist es trocken und sonnig. Dazu griffiger Asphalt und schöne, enge aber übersichtliche Kurven. Georg nimmt das Gas erst wieder etwas zurück, als sein Koffer funkensprühend über den Asphalt schraddelt. In Rymarov verlassen wir diese schöne Straße wieder und fahren über kleine, in der Karte gelb eingezeichnete Straßen durch malerische Bergdörfer und Wälder bis Sternberk. Jetzt verlassen wir das schöne Altvatergebirge endgültig. Es geht durch eine überwiegend landwirtschaftlich genutzte Gegend bis Olomouc. Doch zumindest für's Auge bleibt es schön. Im Osten kann man die nächste Bergkette (Beskiden), im Südwesten die fruchtbare Ebene um Brünn (Brno) sehen.
In Olomouc machen wir Halt. Wir parken unsere zwei Motorräder direkt vor der Polizeikaserne in der Stadtmitte – da stehen sie wenigstens sicher. Dann schauen wir uns die wirklich sehenswerte Stadt an. Unseren Stadtbummel beginnen wir allerdings in einem Innenhof eines schön gelegenen Lokals mit einem ausgiebigen Frühstück bzw. Brunch um 13:30 Uhr. Frühstück kann man das ja nicht mehr nennen, bisher gab es noch nichts auf die Gabel!
Der anschließende Stadtbummel einschließlich Besichtigung der Kirche „Maria Schnee“ lohnt wirklich – man könnte auch sagen, ist für diese Stadt eigentlich zu kurz. Alte Bauten, viele Kirchen, schöne Gassen, dazu top Wetter. Nur schade, dass wir in Motorradkluft unterwegs sind, da wird uns ganz schön warm. Besonders stolz sind sie hier auf ihre zahlreichen Brunnen mit wasserspeihenden Neptun und Triton sowie Schildkröten, die das Elend der Welt auf ihrem Panzer tragen.
Den Weg aus der Stadt finde ich nach dem Sonnenstand recht gut, so dass wir uns die ersten 10 – 15 Kilometer nur noch durch den Feierabendverkehr kämpfen müssen. Ab Prerov wird es aber besser. Die bisher fast gerade Straße bietet jetzt zumindest einige Kurven, der Verkehr lässt deutlich nach und die Orte werden wieder idyllischer. So fahren wir locker bis Bystrice Pod Hostynem. Allerdings wird es jetzt deutlich kühler, die Sonne hat sich mittlerweile wieder hinter dunklen Wolken versteckt. Es riecht nach Regen. Wir verlassen die Ebene wieder und schrauben uns durch luftige Wälder hinauf auf die Beskiden und immer näher an die Grenze zur Slowakei. In Vsetin machen wir Halt und suchen ein Hotel. Wir finden eins mitten in der Stadt, auch hier gibt es kein Frühstück. Ich habe mir angewöhnt, im „Penny“ noch einzukaufen, denn die uns bekannten Märkte haben am längsten auf, greife aber nur die einheimischen Artikel inkl. Rotwein zurück. Für heute reicht es, morgen soll es in die Slowakei gehen.
Fr., 03.06.2011: Vsetin - Kremnica 
Morgens lacht die Sonne von einem strahlend blauen Himmel. In Vsetin noch gemütlich zwei (sehr gute) Kaffee zum Wachwerden und ab auf die Motos. Frühstück gibt es hier auch nicht, wird allmählich zur Gewohnheit, anscheinend frühstücken die Tschechen nicht.
Es geht direkt aus Vsetin hoch in das schöne Mittelgebirge Beskydy Kysuce. Auf schönen kleinen, kurvenreichen, griffigen Straßen geht es durch eine malerische Mittelgebirgslandschaft. Wir fahren durch idyllische Dörfer, wie Mala Bystrice, Hutisko-Solanec und Velke Karlovice mit schönen, überwiegend gut erhaltenen Häusern, die landwirtschaftlich geprägt sind. Oft sieht man auch Wanderer oder Radfahrer und im Winter scheint hier auch einiges an Skipisten in Betrieb zu sein. Zwischendurch kommt uns sogar ein Schrotthändler entgegen, der seinen Metallschrott auf einem Pferdegespann einsammelt. Hinter Hutisko-Solanec machen wir erst mal an einem schönen Platz Frühstückspause. Der Thunfisch, den ich gekauft hatte, entpuppte sich als sehr weiche Fischleber. Ich spende meinen Anteil den Ameisen und werde ein Wörterbuch kaufen.
Dann kommt auch schon bald der Grenzübergang. Schön gestaltet, ohne Passkontrolle und einen Fotostopp wert. Das Denkmal des Partisanen mit schwingender Handgranate ist beeindruckend und der Zeit von Sept. 1944 gewidmet.
Bis Makov ist die Strecke noch schön, doch das dann folgende Stück bis Cadca enttäuscht dann etwas. Wir fahren zwar durch viele schöne Dörfer, die haben nur den Nachteil, das sie bis Cadca übergangslos von einem Dorf zum anderen übergehen. Das sah auf der Karte ganz anders aus. In Cadca erst mal wieder Kaffeepause und mit neuem Geld versorgen. Wir sind doch etwas baff, als der Automat Euro ausspuckt und damit die Slowakei zum Euroland gehört. Nach Kaffeegenuss und Einkauf (ohne Experimente mit unleserlichen Beschriftungen) geht es weiter.

Zwar scheint immer noch die Sonne, es ziehen aber überall dunkle Wolken auf. Wir fahren auf der Schnellstraße über Zilina bis Rajecke Teplice und dann weiter auf der 64 bis Nitrianske Pravno. Ab Zilina nimmt der Verkehr gewaltig zu. Vor allem die vielen Busse und LKW bremsen den Fahrgenuss doch gewaltig ein. Es wird erst besser, als wir an einer Baustellenampel ganz nach vorne kommen und der Autoschlange schnell entschwinden. Leider setzt jetzt der sich schon seit einiger Zeit angekündigte Regen ein. Doch glücklicherweise regnet es noch nicht so stark, wie wir auf Grund der Wolken befürchtet haben. In Nitrianske Pravno biegen wir ab und fahren jetzt wieder auf einer kleinen Straße überwiegend kurvenreich bergauf bis Turcianske Teplice. Der aufkommende Spaß über die jetzt wieder schöne Strecke wird aber schnell von strömendem Regen weggespült. Bis Turcianske Teplice schüttet es reichlich, oft fahren wir durch tiefe Pfützen, so dass das Wasser nur so spritzt. Doch Richtung Süden, mithin also in unsere Richtung wird es dann heller und schon bald hört der Regen wieder auf. So genießen wir die letzten Kilometer bis in die alte Stadt Kremnica.
Bevor Georg noch groß zur Hotelsuche blasen kann, habe ich das Hinweisschild auf die Pension Soler gesehen, diese als die für uns richtige eingestuft und fordere mit Hupen einen Richtungswechsel ein. Mein Riecher war gut, die Pension ist mit Liebe zum Detail ausgestattet und sehr preiswert. Der Pensionswirt spricht sogar Deutsch, die Motos stehen überdacht im Innenhof. Es gibt einen Gemeinschaftsraum mit rustikalen Holzbänken und Kamin, im ganzen Haus hängen Kohlezeichnungen mit Sehenswürdigkeiten aus dem Ort. Kein Verkehrslärm ist zu hören, hier scheint die Welt noch ziemlich in Ordnung, zumindest aus Urlaubersicht.
Sa., 04.06.2011: Kremnica - Napajedla
Das ist uns bisher im Urlaub noch nicht passiert. Um 09:40 Uhr werde ich wach, in 20 Minuten müssen wir aus dem Zimmer! Jetzt wird es erst mal leicht hektisch. Doch wir schaffen es noch mit nur wenigen Minuten Verspätung und der Vermieter sieht es sowieso nicht so eng, wir kommen noch kurz mit ihm ins Gespräch. Dann rollen wir bei strahlend blauem Himmel und schon recht hohen Temperaturen in den Ort hinein. Wir finden im dritten Anlauf sogar ein Restaurant, welches Frühstück, British Breakfast, anbietet. Da greifen wir natürlich direkt zu – das ist auch kein Fehler. Das Frühstück ist gut und reichlich.
So fahren wir erst gegen 12:00 Uhr wirklich los. Direkt aus Kremnica heraus geht es in engen Kurven durch lichten Wald und sanfte Berge. Über Nevolne und Ihrac erreichen wir die E571, der wir dann bis Zarnovica folgen. Nicht so schön, dafür flüssig zu fahren. In Zarnovica biegen wir ab auf die 512 Richtung Partizanske. Wieder eine schöne, kleine, kurvenreiche Straße durch eine idyllische Mittelgebirgslandschaft. Leider laufen wir nach etwa 20 Kilometern auf ein Radrennen auf. Ein Polizeiwagen schirmt die Radrennfahrer nach hinten ab, so dass wir auch nur mit der Radgeschwindigkeit weiterkommen. Dann doch lieber eine kurze Pause an einem schönen Flusslauf machen. Zumal ich leichtes Darmrühren spüre. Nach einer guten halben Stunde geht es weiter, kurz vor Partizanske wechseln wir auf die 64 Richtung Prievidza. Kurz vor Novaky laufen wir wieder auf 'unser' Radrennen auf – in Novaky ist doch tatsächlich die (heutige) Zieleinfahrt. Mit entsprechendem Rummel und Stau. Wir sind froh als wir uns durch Rennfahrer, Begleitfahrzeuge, Polizei und Zuschauern vorbei gekämpft haben. Stau und Hitze sind nun mal nichts für Motorradfahrer.
Ein paar Kilometer geht es noch über die breite 50, dann biegen wir ab auf die 574 Richtung Ilava. Straße und Gegend wie gehabt sehr ansprechend mit viel Grün und den Bergen im Hintergrund, vom Straßenrand winken uns sogar manchmal Kinder zu - schön. Es ist immer noch heiß, doch die schwarz-dunkel drohenden Wolken über den Niederen Karpaten zeigen schon, dass wir heute noch nass werden. Nach weiteren gut 30 – 40 Kilometern ist es so weit, der erste Regenguss kommt runter, in der Ferne Blitze und leiser Donner.
Wir sind glücklicherweise gerade an einer Stelle, wo ein kleines Ausflugslokal steht – mit überdachter Terrasse. Das passt! Auch drei Radfahrer suchen hier Unterschlupf. Es laufen Oldies über die Musikanlage, mein Darm hat sich noch immer nicht beruhigt.
Ein Kaffee und ein Wasser später hat es sich wieder etwas aufgeklart. Ich ziehe die Regenjacke über und wir ziehen weiter. Momentan regnet es zwar nicht, aber die Straße ist nass, mit abgerissenen Grasnaben, Gehölz und teilweise mit Geröll übersät. Hier muss es ganz schön heftig runtergekommen sein. Die Gegend ist zwar schön, aber wir können sie nicht mehr richtig genießen, da die Straße jetzt doch die ganze Aufmerksamkeit fordert. Ich komme mehrfach mit dem Hinterrad ins Rutschen, traue mich nicht mehr ans Gas und fahre oder rolle wie auf Eiern.
So fahren wir über Pruske, Nemsova und Horne Srnie wieder in Tschechien ein. Wir fahren durch diese widrigen Bedingungen über Valasske Klobouky, Vlachovice und Vizovice bis Zlin. In Zlin wollen wir eigentlich übernachten, finden aber den Weg in die Altstadt nicht, ansonsten gefällt uns die Stadt überhaupt nicht, also rollen wir weiter bis Napajedla. Hier nehmen wir ein preiswertes Hotel – man bietet uns sogar an, die Motorräder über eine Treppe durch den engen Hotelflur in den überdachten und geschlossenen Innenhof zu stellen, wir lehnen sicherheitshalber ab. Ansonsten hat die Stadt aber nicht wirklich was zu bieten, so verkrümeln wir uns schnell im Zimmer. Nach zwei Bieren sieht das Zimmer sogar ganz nett aus.
So., 05.06.2011: Napajedla – Vilemovice (Skalni Mlyn) 
Der Verkehrslärm war echt störend – teilweise hatte man heute Nacht das Gefühl, der Verkehr führt direkt durch's Zimmer. Dann geht es auf breiten Straßen zügig bis Kromeriz. Jetzt verlassen wir die gut ausgebauten Straßen und fahren auf kleinen Straßen durch eine von Ackerbau geprägte hügelige Gegend. Kleine Dörfer, mit roten Mohnblüten gesäumte Felder, ab und zu ein Flusslauf oder Teich, eine ruhige Gegend, die mich an das Bild von Monet erinnert: Frauen mit Sonnenhüten im Kornfeld.
So geht es bis Ivanovice na Hane. Dann versagt Georgs Orientierungssinn etwas und wir fahren eine weite Schleife über Bodek u Prostejova und Pustimer bis wir Vyskov erreichen. Trotz zahlreicher Baustellen findet er den richtigen Ausgang aus der Stadt. Am Stadtrand bin ich es aber satt, ich brauche um 12:00 Uhr ein Frühstück. Wir finden einen Supermarkt kurz vor Ladenschluss. Das ist mir jetzt (fast) egal, rein, etwas zu beißen einkaufen, schon geht es uns nach zwei Bananen besser.
Kurz vor Studenice sehe ich in einem Wald eine schöne Stelle, wir halten an und machen 'richtige' Frühstückspause. Als Sitzplätze dienen Georgs Alukoffer. Dann geht es weiter in Richtung Sloup zur Macocha – Schlucht. Die Entstehung ist dem Zusammenbruch eines großen Höhlendoms durch tektonische Bewegungen zu verdanken. Diese besichtigen wir zunächst von oben. Weil es Sonntag ist, treffen sich eine Menge Menschen hier. Die Motorradkluft wird gegen luftige Freizeitbekleidung ausgewechselt. Irgendwie dachten wir, mal eben zu Fuß in die Schlucht absteigen zu können, aber wir laufen in die falsche Richtung und kehren auf halber Strecke um.
Da es uns hier gut gefällt, ändern wir den Plan, nach Brünn zu fahren, Wir suchen uns eine schöne Unterkunft (angedacht war die Lasakuv Mlyn am Stadtrand von Boskovice, gefunden haben wir die Skalni Mlyn an der Katarinska – Höhle bei Vilemovice), und beschließen, morgen die Punkevni-Höhle und die Macocha – Schlucht (von unten) zu besichtigen, bevor wir in die Stadt Brünn fahren. Dann besichtigen wir noch die Katarinska – Höhle, eine von vier Höhlen des Mährischen Karstes, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, quasi mit einer Privatführung, nur wir zwei und der Guide, der leider kein Deutsch spricht, aber dafür zum Beweis der erstklassigen Akustik des großen Doms der Höhle (96m x 36m x 20m) ein Stück von Verdis „Nabucco“, den Gefangenenchor, aus den Lautsprechern vorführt.
Ich bin von der Stelle, an der der Chor ziemlich laut wird, ganz begeistert.
Unglaublich, was die Natur so schafft, wenn Zeit keine Rolle spielt. Nach der Legende hat man die Entdeckung der Höhle dem Verschwinden eines Schafes aus der Herde zu verdanken: Das Hirtenmächen Katharine suchte eben dieses eine Schaf, fand die Höhle, kein Schaf, dafür den Tod. Eine Formation der Tropfsteine hat eben auch die Form eines liegenden Schafes. 1909 wurde der zweite, kleinere Dom der Höhle entdeckt. Der Forscher kam bei einem Einsturz der Höhlendecke ums Leben.
Den Abend beschließen wir dann in unserem schönen Hotel bei Bier, Abendessen und der Schreiberei, bei der Georg auffällt, dass wir in der falschen Mlyn sind. Und in diesem Hotel gibt es sogar Frühstück.
Fotos: Macocha – Schlucht
Mo., 06.06.2011: Vilemovice (Skalni Mlyn)
Morgens um 7:00 Uhr werden wir vom Lärm der Motorsensen geweckt. Warum müssen die denn ausgerechnet heute – und dann noch so früh – ihre verdammten Wiesen mähen. Ansonsten ist aber alles in Ordnung. Wir dösen noch, natürlich mächtig gestört durch die Rasenmäher bis 09:00 Uhr rum, dann geht es zum Frühstück. Nach den letzten Tagen ein schon fast ungewohnter Luxus. Nach dem Frühstück bummeln wir bei bestem Sonnenschein die zwei Kilometer bis zum Eingang zu den Punkva – Höhlen. Unsere Führung beginnt erst um 11:00 Uhr, also gammeln wir noch etwas rum. Dabei geraten wir – natürlich – auch in den ansässigen Souvenirladen. Die Schmuckstücke und Steine sind schön, die Verkäuferin kann gut deutsch, ist freundlich und versteht ihr Geschäft. Ruck-Zuck haben wir zu den Mitbringseln für die Kids noch einen echten „Schatz“ von einem Stalaktiten und einen weiteren Stein eingekauft – dieses „Schmuck(bruch)stück“ natürlich streng geheim sozusagen unter der Ladentheke erworben.
Die Besichtigung der Punkva – Höhlen erfolgt zusammen mit einigen Niederländern. Die Erklärungen sind in Englisch und vom Band, leider nicht sehr gut zu verstehen. Da die Höhlen, die Dome, die Stalagmiten und -titen mit ihren vielfältigen Formen aber im Grunde für sich sprechen, ist das schon in Ordnung. Die Punkva - Höhlen beinhalten übrigens fast alle bekannten Tropfsteintypen. Es geht durch den „Vorderen Dom“ am Spiegelsee vorbei weiter durch den Reichenbachdom, den „Hinteren Dom“ und den Tunnelgang zum Boden der Macocha-Schlucht, die auch aus einem ehemaliger Dom entstanden ist, der schon vor langer Zeit eingestürzt ist und damit diese einzigartige Schlucht geschaffen hat. Wir erkennen auch den Balkon aus Brettern, auf dem wir gestern noch gestanden haben. Gut, dass wir gestern den Weg zur Schlucht abgebrochen haben, wir wären nie angekommen. Der Schluchtboden ist nur über die Höhle zu erreichen.
Nachdem wir die Macocha-Schlucht durchquert haben, geht es mit Elektrobooten über den Fluss Pukva unterirdisch etwa einen halben Kilometer durch die „Macocha – Dome“ - fantastisch und teilweise sehr eng. Dann folgt noch ein kurzer Halt, wir besichtigen den „Masaryk – Dom“, der durch seine vielen Stalagmiten und -titen bezaubert. Anschließend folgt noch eine kurze Bootsfahrt, dann haben uns das Sonnenlicht und die Wärme wieder. Die Höhlen waren mit etwa 8°C und den annähernd 100% Luftfeuchtigkeit für die meisten doch unangenehm kühl.
Wir gehen zurück zum Hotel und unseren Motos. Als nächstes steht eine kurze Stadtbesichtigung von Brünn an. Die Koffer von dem für diese Fahrt unnötigen Ballast befreit und ab geht es. Eine gute ½ Stunde später sind wir in Brünn und finden trotz regem Stadtverkehr und einigen Baustellen recht gut ins Zentrum. Als erstes laufen wir auf eine Galerie auf, bis auf das Café hat es aber sonst geschlossen. Gut dann eben nur kurz einkehren und die wenigen Bronzeskulpturen im Eingangsbereich bewundern. Wir schlendern wir weiter durch die Stadt, einige schöne Gebäude und Denkmäler, aber eigentlich nichts, was uns wirklich begeistert.
Gerade als wir schon zurück zu den Motos gehen wollen, sehen wir noch ein interessantes Gebäude mit einem schönen Eingangsbereich. Über uns schwebt ein riesiges Krododil, der Drache von Brno (Brünn).
Wir gehen kurz hinein und werden schon zu einer Besichtigung des „Alten Rathauses“ aufgefordert. Die Aufforderung nehmen wir an und besichtigen damit ein sehr interessantes, sehr schönes Gebäude, welches uns am Ende auch noch vom Rathausturm schöne Blicke über die ganze Stadt beschert, vor allem in die zahlreichen begrünten Dachgärten. Ein Raum ist vollkommen mit Fresken bemalt, was ihm eine unglaubliche Tiefe verleiht. Ein Fenster ist original aus dem 13. Jahrhundert, ein echtes Kunstwerk in Glas.
Das versöhnt uns dann doch mit der Stadt Brünn. Wir gehen noch mal kurz über den vom Rathausturm gesehenen Marktplatz mit zeitlos schönem Obst und Gemüse und nehmen im Café des „Mährener Museums“ noch einen kleinen Drink (Aztekenlimonade und Citrus-Mix – beides sehr gut und erfrischend). Denn wie schon bemerkt – montags haben die meisten Museen geschlossen.
Di., 07.06.2011: Vilemovice (Skalni Mlyn) - Prachatice
Wieder werden wir morgens lautstark geweckt, wieder scheint die Sonne von einem blauen Himmel. Bis auf den allmorgendlichen Lärm, der durch's Fenster hineinschallt, ist das Hotel hier wirklich gut. Nach dem Frühstück geht es dann los. Klappte es bisher ganz gut mit meiner Navigation, so zeigt der heutige Morgen, dass es auch anders gehen kann. Wir fahren Blansko quasi von allen Seiten wieder an. Bevor wir die Stadt dann, auf der selben Straße wie gestern nach Brünn, endgültig verlassen. Bereits kurz hinter Blansko verlassen wir damit auch das Karstgebirge und wechseln in eine überwiegend von Ackerbau geprägte, hügelige Landschaft. Vorbei an grün–bunten Feldern durch kleine, in der Regel gut erhaltene Orte geht es auf kleinen Straßen bis Names Nad Oslavou. Viele Teiche und Weiher, aber auch Wäldchen oder Obstbäume säumen die Straßen. Verkehr herrscht fast keiner. Das ändert sich ab Names Nad Oslavou etwas. Wir befahren jetzt die 23 bis Stara Rise. Diese Straße führt breit und gut ausgebaut mit vielen weiten Kurven durch diese landwirtschaftliche Mittelgebirgsgegend. Es herrscht hier aber auch reichlich Verkehr. Da die 23 irgendwo bei Telc gesperrt ist, wird das zunächst auf den wieder kleinen, kurven reicheren Straßen bis Dacice nicht wirklich anders.
In Dacice machen wir erst mal in einem kleinen Restaurant Pause und genehmigen uns ein gutes und preiswertes Mittagessen. Wie das hier funktioniert, das bei vielen Restaurants das Tagesmenü schon für umgerechnet knapp 3 € angeboten werden kann, ist uns ein Rätsel. Wir rätseln allerdings lieber nicht zu lange, sondern fahren lieber weiter. Zumal jetzt wieder Wolken ankündigen, dass es heute auch noch regnen könnte. Über Markvarec, Kunzak, Jindrichuv Hradec und Straz Nad Nezarkou geht es wieder auf die 23. Immer noch ist die Gegend durch Ackerbau geprägt, immer noch geht es kurvenreich durch diese hügelige Landschaft auf und ab, aber die Teiche nehmen deutlich zu, oft sind es jetzt auch richtige Seen.
Kurz hinter Trebon verlassen wir die 23 wieder. Es geht jetzt direkt bis Cesky Krumlov, der unter Unesco Kulturerbe stehenden Stadt an der Moldauschleife. Jetzt wird die Landschaft wieder deutlich waldreicher und vor gebirgiger. Hier unterbrechen wir unsere Fahrt und machen einen intensiven Stadtrundgang. Der zeigt uns neben dem im alten Schlossgraben lebenden Bären auch die Schlossanlage, den Schlossgarten mit riesigen alten Buchen und die alte Stadt, einfach schön. Das finden sicherlich auch die vielen asiatischen Touristen. Zwei bis drei Stunden später, müde gelaufen und genug geschwitzt geht es weiter.
Die Sonne hat sich mittlerweile fast komplett hinter schwarzen, drohenden Wolken verzogen. Wir fahren über Kajov noch weiter bis Prachatice und haben Glück dabei. Die einzigen Wolkenlöcher, die hier noch zu sehen sind, sind genau in unserer Richtung. So kommen wir doch noch trocken in Prachatice an. Die Hotelsuche gestaltet sich zunächst etwas schwierig, wir landen aber dann trotzdem im bereits beim ersten Versuch angefahrenen Hotel Parkan. Sehr empfehlenswert, das Gebäude ist aus dem 14. Jahrhundert, das angeschlossene Restaurant hat eine Gartenterrasse, die Besitzerin ist sehr freundlich und – der Clou! - wir können die Motorräder im recht engen Eingangsbereich unterstellen. Grandios.
Mi., 08.06.2011: Prachatice – Neunburg vorm Wald
Schon wieder wecken uns Straßenlärm und Sonne, vielleicht hätten wir das Fenster doch schließen sollen? Das Frühstück nehmen wir gemeinsam mit den anderen vier Hotelgästen auf der Gartenterrasse ein. Ich nehme amüsierte Blicke wahr – jetzt wissen sie, wem die Motorräder vor dem Empfangstresen gehören.
Beim Bepacken der mittlerweile wieder nach draußen gestellten Motorrädern kommt Georg mit den Münchenern ins Gespräch. Sie sind zum Malen hier und machen jedes Jahr einmal so eine Woche gemeinsam.
Wir malen momentan lieber schwarze Striche auf den Asphalt und rollen los. So drehen wir unsere Schleife über Netolice, Libejovice, Strunkovice Nad Blanici und Dub nach Volyne. Dann geht es auf die gut ausgebaute und gut befahrene 4 über die schön anzusehende Stadt Vimperk bis Horni Vltavice. Hier biegen wir wieder ab und fahren durch eine ursprüngliche Landschaft, durch den Naturpark Sumava bis Zelezna Ruda. Mit dieser noch mal sehr schönen Runde vorbei an ursprünglichen Wäldern und Flüssen verlassen wir das uns mittlerweile liebgewonnene Land Tschechien. Und ändern unseren Plan, nach Karlsbad zu fahren. Da ich den Bayrischen Wald auch noch nicht kenne, bleiben wir jetzt auf der deutschen Seite.
Do., 09.06.2011: Neunburg vorm Wald - Niedernhausen
Gestern Abend waren wir noch in einem kleinen Gasthaus. Essen und Trinken sind hier sehr günstig – teurer als in Tschechien, logisch, aber im deutschen Vergleich echt preiswert. Diesmal wecken uns nicht Straßenlärm und Sonne, denn es ist bewölkt. Wir haben gestern beschlossen, heute in einem Rutsch bis nach Hause zu fahren.
Heute ist es recht kühl, bewölkt, aber ab und an schaut die Sonne doch mal durch ein Wolkenloch heraus. Wir rollen dabei auf kleinen, schnuckeligen Straßen heraus aus dem Bayrischen Wald und tauchen ein in die Fränkische Schweiz. Die uns jetzt richtig begeistert. Zumal sich jetzt auch die Sonne besonders häufig sehen lässt. Über kleinste Straßen geht es an urigen, teils skurrilen Felsgebilden vorbei, Flüsse haben sich eindrucksvoll einen Weg durch diese grandiose Landschaft gegraben. Dann wieder schweift der Blick weit über Wald und Wiesen, einfach toll. Hier sollten wir noch mal ein Wochenende verbringen, vielleicht sogar statt auf zwei Rädern in einem Kanu, z.B auf der Wiesent.
Danach wir die Fahrt etwas langweilig. Es geht über Schesslitz nach Bamberg und dann überwiegend auf der B 26 bis kurz vor Aschaffenburg. Es sind zwar noch einige wenige schöne Abschnitte dabei, aber überwiegend geht es über breite, vielbefahrene Straßen durch eine landwirtschaftlich genutzte Gegend. Das letzte Stück ab Gemünden am Main wird noch mal etwas ansprechender. Doch die Strafe folgt auf dem Fuße: Autobahn bis Niedernhausen.
Dann, nach 3107 überwiegend schönen Kilometern laufen wir wieder zu Hause in Niedernhausen auf. Nach den heutigen etwa 430 Kilometern auch etwas müde, aber zufrieden. Die Fahrt durch Tschechien war schön, klasse Gegend, freundliche Leute, preiswertes Leben und im Grunde durchgehend gutes Wetter. Einfach toll.









